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Neue Hubschrauberstation in Köln: Die Kosten steigen weiter

12.07.2017

Köln (NRW) ::  Es kommt wieder Bewegung in den Weiterbau der neuen Hubschrauberstation für den RTH “Christoph 3“ und den ITH “Christoph Rheinland“ auf dem Kölner Kalkberg (rth.info berichtete bereits mehrfach). Die Böschungen des Kalkbergs waren abgerutscht, nachdem eine 50.000 Tonnen schwere Erdkuppe, die als Lärmschutz für die Anwohner dienen sollte, aufgesetzt wurde. Die Bauarbeiten wurden gestoppt, nachdem die Böschungen abgesackt waren und anschließend in dem Gebäude Risse entdeckt wurden.

Im Dezember 2014 schien auf dem Kalkberg noch alles in Ordnung

Im Dezember 2014 schien auf dem Kalkberg noch alles in Ordnung

Foto: Tim und Ralph Nußbaum

Nachdem die Stadt Köln bereits Anfang des Jahres ankündigte, dass die Sanierung des Kalkberges rund fünf Millionen teurer wird als die geplanten 7,6 Millionen Euro, wird der Stadt nichts anderes übrig bleiben, als jetzt die erste Rate zu zahlen. Rund zwei Millionen Euro sind erforderlich, damit die Planungen für den zweiten und dritten Bauabschnitt zu Ende geführt werden können. Der zurzeit noch laufende erste Bauabschnitt wird sich um insgesamt neun Monate verzögern.

Ursprünglich hätte die ehemalige Müllhalde der Chemischen Fabrik Kalk bis Ende 2016 stabilisiert werden sollen. Den Zeitverzug begründet die Verwaltung mit einer „umfangreichen Überarbeitung und Ergänzung der Unterlagen“, zusätzlichen Untersuchungen des Baugrunds und einer viermonatigem Schlechtwetterperiode. Die Planung für die Sanierung des Kalkberges sind mittlerweile völlig durcheinander geraten. In fünf Bauabschnitten sollte die Altlastenhalde im Uhrzeigersinn stabilisiert werden, um ein Abrutschen der zu steil angelegten Böschung zu verhindern.

Bereits Anfang des Jahres zeichnete sich allerdings ab, dass der Sanierungsplan nicht eingehalten werden kann. Laut der ursprünglichen Planung sollte eigentlich der erste Bauabschnitt bereits beendet sein.

Die “Kölnische Rundschau“ berichtete wenig später, dass die Stadt den Vertrag mit dem Ingenieur aufgelöst hat, der die Halde begutachtet hatte und sanieren sollte. Durch die Vertragskündigung konnten die Planungen für den zweiten und dritten Bauabschnitt nicht mehr fertiggestellt werden. Das neu beauftragte Ingenieurbüro soll nun die bereits begonnenen Planungen zu Ende führen. Ob die zusätzlichen zwei Millionen Euro ausreichen, kann laut einer Vorlage für die Fachgremien nicht abgesehen werden. Als Beurteilungsgrundlage stünden nur die Unterlagen des Ingenieurs, von dem man sich getrennt habe, zur Verfügung, heißt es sinngemäß.

Zur Überbrückung sollte der vierte Bauabschnitt vorgezogen werden. Da entsprechende Planungen nicht vorliegen, wird die ursprünglich geplante Reihenfolge der Bauabschnitte wahrscheinlich doch eingehalten. Der erste Bauabschnitt wird wohl im Herbst 2017 fertig, und bis dahin könnte dann auch die Planung für den zweiten Bauabschnitt durch das neue Ingenieurbüro abgeschlossen sein.

Die Stadt bezeichnet die Stabilisierung der Halde als „nutzungsunabhängig“. Damit will sie darauf hinweisen, dass, auch wenn die Pläne zum Bau der Hubschrauberstation aufgegeben worden wären, die Arbeiten fortgesetzt werden. Kritik an dieser Aussage kam von der Bürgerinitiative Kalkberg. Aus Sicht der Initiative dient die von der Stadt bevorzugte Sanierung allein dem Zweck, die Hubschrauberstation zu retten und sie fordert die Prüfung einer alternativen Sanierung. Um lediglich den Berg zu stabilisieren, sei auch eine weniger aufwendige Sanierung möglich, so die Initiative.

Die Errichtung einer Hubschrauberstation am Segelflugplatz in Leverkusen-Kurtekotten wäre wohl weniger aufwändig und deutlich kostengünstiger geworden

Die Errichtung einer Hubschrauberstation am Segelflugplatz in Leverkusen-Kurtekotten wäre wohl weniger aufwändig und deutlich kostengünstiger geworden

Foto: Jörn Fries

Vorrangiges Ziel der Arbeiten sind laut Stadt die Herstellung standsicherer Böschungen und eine Reduzierung des Eindringens von Regenwasser in die Halde, indem die Oberfläche abgedichtet wird. Trotz der vielfältigen Probleme will die Stadt am Weiterbau der Hubschrauberstation festhalten.

Von der Transparenz-Initiative „NRW blickt durch“ wurde die Kölner Stadtverwaltung zum „Heimlichtuer des Monats“ erklärt. Sie begründet das mit dem Schweigen zum „Baudesaster am Kalkberg“: Trotz mehrfacher Nachfragen habe man bis heute keine Antwort auf die Fragen zur Kostenexplosion beim Bau einer Station für Rettungshubschrauber erhalten.

Dem Bündnis „NRW blickt durch“ gehören neben dem „Bund der Steuerzahler“ der Verein „Mehr Demokratie“, der NABU NRW und die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland an. Seit April 2014 kürt es regelmäßig öffentliche Stellen in NRW, wenn diese durch Auskunftsverweigerung auffallen oder bei ihrem Handeln Transparenzlücken für die Öffentlichkeit deutlich werden.

Bis 2008 war “Christoph 3“ am Klinikum in Köln-Merheim stationiert

Bis 2008 war “Christoph 3“ am Klinikum in Köln-Merheim stationiert

Foto: Jörn Fries

Vor fast zehn Jahren haben “Christoph 3“ und der hier abgebildete ITH “Christoph Rheinland“ ein Übergangsdomizil am Flughafen Köln/Bonn gefunden – Ende offen

Vor fast zehn Jahren haben “Christoph 3“ und der hier abgebildete ITH “Christoph Rheinland“ ein Übergangsdomizil am Flughafen Köln/Bonn gefunden – Ende offen

Foto: Tim und Ralph Nußbaum

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Tim und Ralph Nußbaum

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