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Ferngesteuerte Drohnen - ein Sicherheitsproblem im Luftraum

13.08.2015

Elbtal (HES) ::  Wie aktuell dieses Thema ist, zeigt ein Fall vom vergangenen Samstag, den 08.08.2015. Ein Rettungshubschrauber wurde aufgrund eines Notfalleinsatzes in die Gemeinde Elbtal im Westerwald (HES) alarmiert. Zunächst entschied sich der Pilot für eine Landung auf dem Sportplatz, welche jedoch aufgrund massiver Staubentwicklung durch die langanhaltende Trockenheit abgebrochen werden musste. Daraufhin wurde der Platz durch die anwesende Feuerwehr bewässert und ein erneuter Landeanflug unternommen. Bei diesem Anflug befand sich jedoch eine Drohne unmittelbar im Bereich der Landezone, welche den Piloten dazu zwang auf einen anderen Platz auszuweichen.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich im April diesen Jahres am „Nassen Dreieck“, dem Wasserdreieck von Mittelland- und Dortmund-Ems-Kanal, unweit der Gemeinde Hörstel. Hier befand sich ein Hubschrauber auf einem Verlegungsflug von Rheine nach Bad Rothenfelde. Gegen 19:00 wurde der Tower am Flughafen Münster-Osnabrück über eine Drohne in Sichtweite des RTH informiert, welche vom Piloten großräumig umflogen werden musste. Die durch den Tower alarmierte Polizei konnte den Besitzer des Fluggerätes jedoch nicht mehr ausfindig machen.

Nachdem ähnliche Zwischenfälle im Ausland bereits Schlagzeilen gemacht haben, verdeutlichen diese beiden Fälle beispielhaft, welche Folgen die kleinen ferngesteuerten Geräte für die Sicherheit im Luftverkehr haben können.

Dies liegt vor allem daran, dass sich die einst sehr teuren Geräte inzwischen zum erschwinglichen „Spielzeug“ entwickelt haben. Häufig werden sie mit kleinen Kameras ausgestattet, um Aufnahmen aus der Vogelperspektive zu machen. Jedoch ist den Piloten der Drohnen meist nicht bewusst, welche Regeln sie zu beachten haben und welche Folgen ein Verstoß haben kann. Hierzu zählt beispielsweise, dass die Drohne stets in Sichtweite des Piloten bleiben muss. Eine entsprechende Höhenangabe in Metern gibt es hierzu jedoch nicht. Geräte mit einem Gewicht über 5 Kilogramm brauchen eine Genehmigung, das Gebiet im Umkreis von 1,5km um Flughäfen ist gesperrt.

Da die kleinen Flugobjekte oft erst sehr spät durch die Piloten gesehen werden, fordert der ADAC nun dass die Drohnen mit Anti-Kollisions-Lichtern ausgestattet werden müssen. Auch die DRF-Luftrettung betont, dass Rettungshubschrauber durch den leichtsinnigen Einsatz von Drohnen gefährdet werden.

Wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann, berät die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA in den kommenden Tagen. Dies könnte zu einer EU-weiten Regelung im nächsten Jahr führen.

Bei den genannten Verstößen handelt es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr. Dieser kann jedoch nur schwer geahndet werden, da die Hobbypiloten in den meisten Fällen nicht mehr ausfindig gemacht werden können.

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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