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ADAC rüstet Hubschrauber mit FLARM aus

10.10.2013

München (BAY) ::  Bereits seit dem 1. Mai 2013 testet die ADAC Luftrettung gGmbH in einigen Hubschraubern an ausgewählten Stationen das Kollisionswarngerät FLARM. Ursprünglich aus der Segelfliegerei stammend, wurde FLARM in der Schweiz entwickelt. Überall dort wo Segelflugzeuge in hoher Dichte fliegen (z.B. Alpen, Schwäbische Alb, Teutoburger Wald, Rhön und andere Mittelgebirge) ist FLARM mittlerweile zur Standardausrüstung geworden. Das System basiert auf einem GPS-Empfänger und einem Funkmodul und ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Auf der LED-Kompassrose des Anzeigefeldes wird die Position anderer, mit FLARM ausgestatteter Luftfahrzeuge erfasst und bei Annäherung auf zu kurze Distanz erfolgt ein akustisches Warnsignal. Ob ein Objekt höher oder tiefer als man selbst fliegt, kann das Gerät mittels LED ebenfalls anzeigen. Ferner kann das Gerät über eine Datenbank vor vorher erfassten festen Hindernissen wie Sendemasten, Schornsteinen, Seilbahnen und anderen Luftfahrthindernissen warnen.

Da das System kostengünstig und bewährt ist, wird es auch für Betreiber von Motorflugzeugen und Hubschraubern immer interessanter, weil nicht nur im Segelflug eine lückenlose visuelle Luftraumüberwachung faktisch unmöglich ist. Laut Herstellerangaben sind in ganz Europa mittlerweile rund 22.000 Geräte im Einsatz. Am 15. April 2013 hatte die europäische Luftfahrtbehörde EASA FLARM zum Betrieb auf Rettungshubschraubern freigegeben.

Der Probebetrieb fand an den Standorten Ludwigshafen, Koblenz, Jena, Wittlich und Saarbrücken statt und verlief bisher erfolgreich. Nach Abschluss des Testlaufs soll FLARM bei RTH und ITH der ADAC Luftrettung flottenweit zum Einsatz kommen. Innerhalb der Europäischen Union nimmt die ADAC Luftrettung gGmbH hier eine Vorreiterstellung ein, denn bisher ist nur bekannt, dass die schweizerische REGA das System einsetzt.

Autor(en)
FTR
Quelle(n):
Pressemitteilung ADAC Luftrettung gGmbH

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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