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Innsbruck: NAH entgeht Kollision mit Klinik (ergänzt)

09.03.2011

Innsbruck (A) ::  Ein Ambulanzhubschrauber der Firma Heli Austria Tirol ist am Mittwochvormittag knapp einer Katastrophe entgangen. Das berichtet aktuell der Nachrichtensender ORF. Aufgrund plötzlicher starker Vibrationen habe der Pilot seine Bell 412 noch bei offener Tür abheben lassen, nur kurz nachdem der Patient auf dem Dachlandeplatz ausgeladeniworden war. In dem Artikel heißt es:

"Der Hubschrauber landete anschließend auf dem Flughafen Innsbruck und wurde dort einer technischen Kontrolle unterzogen. Die Austro Control kündigte eine Untersuchung des Zwischenfalls an."

In Österreich betreiben eine Vielzahl auch kleinerer Unternehmen Rettungsfliegerei, zum Teil als Nebenerwerb und mit kommerzieller Ausrichtung. Da sich die österreichische Flugrettung anders finanziell trägt als es in Deutschland der Fall ist, sehen sich die Betreiber höheren Risiken bei der Rentabilität ausgesetzt. Manche Betreiber versuchen dies durch lukrative Einsätze in den touristisch geprägten Gebieten auszugleichen. Im Zusammenhang mit der schwierigen Finanzierung stellte sich vor einigen Monaten auch die Frage, inwieweit die Betreiber zur Beschaffung neuer Helikopter mit besseren Flugleistungsklassen verpflichtet werden können. Die Umstellung muss gemäß EU-weit gültiger Vorgaben erfolgen.

Update, 23:55h: Nach Leserinformationen handelt es sich entgegen den Angaben in dem ORF-Artikel um eine Maschine des Typs Bell 412, und zwar mit der Kennung OE-XYY; deren Baujahr ist 1991. Ein Foto der Maschine ist im Kontextbereich dieser Meldung verlinkt.
Ein mittlerweile beim ORF online gestelltes Video, das aus der Distanz die Szene zeigt, lässt die Dramatik der Situation erkennen. Der Helikopter dreht sich dabei um die eigene Achse. Dies könnte auf einen Defekt am Heckrotor hinweisen, der bei Hubschraubern für den Drehmomentausgleich sorgt.

Autor(en)
PPR

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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