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Christoph 44: Der Tag der offenen Tür

01.09.2003

Vor einiger Zeit kündigte rth.info unter Berufung auf eine Pressemitteilung der DRF (Deutschen Rettungsflugwacht) den Tag der offenen Tür am Standort des Rettungshubschraubers "Christoph 44" in Göttingen an. Der Tag der offenen Tür ist mittlerweile Geschichte; Jens Weigandt berichtet im Folgenden für rth.info über diese Veranstaltung:

Göttingen, "Heli-City" – die Universitätsstadt Göttingen hat flugtechnisch nicht viel zu bieten, die nächsten Airports sind mehr als 50km entfernt. Aber über Hubschraubermangel können wir uns nicht beklagen. Dafür sorgen die DRF mit dem "Christoph 44" an seinem Standort an der Universitäts-Klinik Göttingen und im nahegelegenden Harste der Hubschrauber- Sonder- Dienst (HSD) mit seinem Intensivtransporthubschrauber.

Trotz des schlechten Wetters (es regnete in Strömen) bin ich in die Uni- Klinik Göttingen gefahren, um mich am Tag der offenen Tür anlässlich des 30jährigen DRF-Jubiläums zu informieren. Das Angebot war groß. Alles was an Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Göttingen vorhanden ist, hat sich vorgestellt - darunter: Polizei, DRK, Feuerwehr, HSD, SEG und natürlich auch die DRF als zuständiger Luftrettungs- Betreiber.

BO 105 zur Besichtigung

BO 105 zur Besichtigung

Foto: Jens Weigandt

Mehrere Hubschrauber waren vor Ort: Damit der "Christoph 44" einsatzbereit bleiben konnte, wurde seitens der DRF eine zusätzliche BO 105 CBS als "static display" eingeflogen. Es handelte sich dabei um die D-HPPP (in der neuen Lackierung der DRF). Diese konnte man von allen Seiten besichtigen und natürlich auch auf dem Pilotensitz Platz nehmen. Als "Christoph 44" einsatzbereit blieb während der Veranstaltung die D-HFHL, eine BO 105 CBS in alter Lackierung. Zusätzlich zu den genannten Hubschraubern war die Bell 222 vom HSD auch auf dem Platz gelandet, die man ebenfalls besichtigen durfte. Als ITH Harste wurde zu diesem Zeitpunkt die Bell 222 B "D-HTIM" eingesetzt. Wie alle Bell 222 des HSD ist sie in blauer Grundfarbe lackiert.

Interesse von allen Seiten

Interesse von allen Seiten

Foto: Jens Weigandt

Die anwesenden Hilfsorganisationen präsentierten am dem Tag dem Publikum Vorführungen ihrer täglichen Arbeit. Zudem war auch noch der Modell- Club "Condor" anwesend. Dessen Mitglieder stellten einige RC- Modelle vor, darunter ein Scale-Modell der BK 117 "D-HDAC" der ADAC Luftrettung. Im Hangar von "Christoph 44" gab es die Möglichkeit, viel Informationsmaterial (Aufkleber, Poster etc.) zu ergattern. Unter anderem stellten auch im und um den Hangar Hilfsorganisationen ihre Arbeit und Leistungen vor. Zudem präsentierte sich der Blutspendedienst des Universitätsklinikums. Angaben der DRF zufolge waren übrigens rund 2.000 Besucher zu dem Tag der offenen Tür gekommen; somit war zahlenmäßig nur ein Zehntel des Besucherandrangs beim "Tag der Luftrettung" in Nürnberg nach Göttingen gekommen.

 
Autor(en)
Jens Weigandt

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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