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40 Jahre Luftrettung in Hamburg

15.09.2013

Großes öffentliches Interesse erregten die Feierlichkeiten zum Jubiläum des in Hamburg stationierten Rettungshubschraubers „Christoph 29“. Bekannt wurde die Station deutschlandweit durch die TV-Serie „Die Rettungsflieger“. Dass es aber auch eine Geschichte davor und dahinter gab, soll diese Reportage aufzeigen.

Die Formationsflüge der UH-1D und der EC 135 über Hamburg anlässlich des 40-Jährigen Jubiläums wurden durch ein Flächenflugzeug fotografisch begleitet

Die Formationsflüge der UH-1D und der EC 135 über Hamburg anlässlich des 40-Jährigen Jubiläums wurden durch ein Flächenflugzeug fotografisch begleitet
Foto: Daniel Baumgart

Stichtag ist der 16.07.1973. Ähnlich wie in Ulm und Koblenz entschloss man sich auch am Hamburger Bundeswehrkrankenhaus (BwK) ein Rettungszentrum einzurichten. Einer der Triebfedern für die Stationierung eines SAR-Mittels in Hamburg war hierbei der damalige Verteidigungsminister Helmut Schmidt. Er zeigte bereits als Hamburgs Innensenator zur Sturmflutkatastrophe 1962 Improvisationstalent, als er erstmals in der Geschichte der damals noch jungen Bundeswehr Soldaten und deren Hubschrauber im Inland einsetzte. Die Beteiligung der Streitkräfte am Rettungsdienst der Stadt Hamburg erfolgte jedoch nicht ohne Kalkül. Eine bessere Übungssituation für einen drohenden militärischen Ernstfall konnte es für die Sanitätssoldaten und -Offiziere kaum geben. So entstand wie an den anderen großen Bundeswehrkrankenhäusern auch schon damals eine zivil-militärische Win-Win-Situation.

Seitdem ist „SAR 71“, wie der Funkrufnahme fortan lautete, eine feste Institution in der Hansestadt geworden. Aller Anfang war jedoch auch in Hamburg nicht leicht. Eine Maschine vom Typ Bell UH-1D konnte vom damaligen Hubschraubertransportgeschwader (HTG) 64 aus Ahlhorn von der dortigen 2. Staffel kurzfristig abgestellt werden. Jedoch gab es auf dem Gelände des BwK nicht einmal einen Landeplatz der als solcher ausgewiesen war. Also musste auch hier improvisiert werden. Eine größere Rasenfläche auf dem Gelände des BwK wurde mit einem etwa 10x10 Meter großem Quadrat und einer Zuwegung aus Betonplatten ausgelegt. Eingefriedet wurde der Behelfslandeplatz von zwei umlaufende Rollen NATO- Draht. Die Besatzung des Hubschraubers konnte jedoch nicht in unmittelbarer Nähe zum Landeplatz untergebracht werden. So kam es dass man die Diensträumlichkeiten über eine außenliegende Feuertreppe verließ, in einen VW Käfer sprang und zum Landeplatz eilte. Die Maschine konnte nachts nicht am Standort verbleiben und so gab es vorerst Unterschlupf auf dem Fliegerhorst Appen bei Uetersen beim dortigen Fluganwärterregiment oder beim Heimatstandort des HTG 64.

Der Großteil der Einsatzflüge wurden und werden im Stadtgebiet Hamburgs absolviert. Schon früh gewöhnten sich die Hamburger an den Hubschrauber als Verkehrsteilnehmer

Der Großteil der Einsatzflüge wurden und werden im Stadtgebiet Hamburgs absolviert. Schon früh gewöhnten sich die Hamburger an den Hubschrauber als Verkehrsteilnehmer
Foto: Felix Troschier

Genauso improvisiert wie die Infrastruktur war auch die Ausstattung des Hubschraubers in der damaligen Zeit, denn von einem standardisierten SAR-Rüstsatz für die Bell UH-1D wie er ab ca. Ende der 1980er Jahre eingeführt wurde, war man noch weit entfernt. Ganz im Gegensatz zu später wurde der Patient auf einer Trage längs zur Flugrichtung auf der linken Seite des Hubschraubers platziert. Der Arzt saß auf einem Einzelsitz in der Mitte der Maschine vor dem Getriebetunnel und der Rettungssanitäter nahm auf einem weiteren Einzelsitz Platz, der am Kopfende der Tage seitwärts zur Flugrichtung positioniert war. Dieser Anordnung kam nicht von ungefähr, denn so konnte der meist ortskundige Rettungssanitäter dem zumeist nicht ortskundigen Bordmechaniker mit Hilfe vom Straßenatlanten beim Navigieren helfen. Auch die medizinische Ausstattung kann aus heutiger Perspektive als „museal“ bezeichnet werden. Ein eigens zusammen gestellter Notfallkoffer zeichnete sich ebenso wie der mitgeführte Defibrillator vor allem durch eines aus: Durch das hohe Gewicht – Im Falle des Defis stattliche 13 kg! „Hier ging es oft nicht ohne Tragehilfe der Polizei oder der Feuerwehr“, wie sich der damalige Notarzt Dr. Thomas Klöß im Rahmen eines Vortrages erinnert. Ein fest installiertes Narkose-Kreisteil sowie ein frühzeitliches Kardioskop vom Typ „Visicard“ komplettierten die Ausstattung

Die Akzeptanz stieg und das neue Rettungsmittel wurde immer häufiger angefordert. Während „SAR 71“ in seinem Geburtsjahr nur 144 mal abhob, waren es 1980 bereits 1474 Einsätze. Im Jahre 1984 konnte dann endlich ein großzügiger Landeplatz und ein Hangar für die Bell übergeben werden, die mittlerweile den über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannten Spitznamen „Anneliese“ bekam. Am Standort selbst änderte sich abgesehen von steigenden Einsatzzahlen in dieser Zeit nicht besonders viel. Der alte, einfarbige Anstrich wich einer neuen Dreifarben-Tarnung und kontrastlosen Markierungen. Was blieb waren jedoch die charakteristischen orangen Frachtraumtüren mit der SAR-Beschriftung. Am 16. Juli 1990 führte ein schwerer Verkehrsunfall auf der A24 den „SAR 71“ das erste mal auf das Staatsgebiet der DDR. Dabei wurde der Crew kurioserweise von den alliierten Streitkräften eine Frequenz der sowjetischen Luftaufsicht zugewiesen – nur konnte an Bord des Hubschraubers niemand russisch.

Baumaßnahmen in den 1980er Jahren: Der Landeplatz ist hier noch recht neu. Zu Besuch eine Maschine der sog. See-Staffel (2./HTG64)

Baumaßnahmen in den 1980er Jahren: Der Landeplatz ist hier noch recht neu. Zu Besuch eine Maschine der sog. See-Staffel (2./HTG64)
Foto: Boris Pasternak

Am Heimatstandort der Besatzungen, Ahlhorn, gingen Ende 1993 jedoch die Lichter aus. Der Verband wurde aufgelöst und die zweite fliegende Staffel zog nach Hohn bei Rendsburg um und wurde in das dortige Lufttransportgeschwader 63 eingegliedert. Von einer Standortschließung des Hamburger Rettungszentrums war deswegen jedoch nie die Rede. Fortan zierte das „Brummel“-Wappen die Pilotentüren der Bell. Die fliegerischen Personale waren im Prinzip auch die gleichen „alten Hasen“, wie man sie schon zu HTG 64-Zeiten kannte. Egal welcher Verband gerade die UH-1D stellte, eines ist allen gemeinsam: Fliegen in der Großstadt bedeutet großes Können. Landungen auf Straßenkreuzungen, in Hinterhöfen oder zwischen Kleingartenparzellen waren Alltag und forderten ein Höchstmaß an Konzentration. Vorbildlich war in Hamburg auch die Einsatzführung und -koordination. Die enge Verbindung zur Berufsfeuerwehr und deren Feuerwehr- und Rettungsleitstelle machten „SAR 71“ erst zu einem effizienten Rettungsmittel. Diese effiziente Koordination war auch notwendig, denn mittlerweile wurde Hamburg zum Spitzenreiter bei den Einsatzzahlen. Sehr früh setzte man in Hamburg moderne Datenübertragungstechnik zur schnellen Übermittlung von schriftlichen Einsatzinformationen.

Landungen auf öffentlich stark frequentierten Plätzen (wie hier vor dem Hamburger Hauptbahnhof) bergen Gefahren für Passanten und Schaulustige. Hier ist eine funktionierende Zusammenarbeit mit der Polizei unerlässlich

Landungen auf öffentlich stark frequentierten Plätzen (wie hier vor dem Hamburger Hauptbahnhof) bergen Gefahren für Passanten und Schaulustige. Hier ist eine funktionierende Zusammenarbeit mit der Polizei unerlässlich
Foto: Boris Pasternak

Anneliese auf der Mattscheibe hieß es erstmals am 15. Februar 1997 im ZDF. Die Fernsehserie „Die Rettungsflieger“ lief bis 2007 im Vorabendprogramm in deutschen Wohnzimmern. Sie zeigte den Einsatz- und Privatalltag einer durch Schauspieler nachgestellten Einsatzbesatzung des „SAR 71“. Der Effekt war immens – durch die Serie erlangte die Luftrettung und der Rettungsdienst in Hamburg sowie der Sanitätsdienst der Bundeswehr deutschlandweite Bekanntheit. Insgesamt kam es zu 108 Folgen in 11 Staffeln, bei denen die Luftwaffe zumeist eine Originalmaschine als Kulisse abstellen konnte. Der Drehort für das Rettungszentrum in der Serie war die Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg.

14. März 2003: Ein schwarzer Tag für „SAR 71“. Verursacht durch einen Pilotenfehler stürzt die Maschine in eine Kleingartensiedlung in Hamburg-Hummelsbüttel und wird dabei vollständig zerstört. Keiner der fünf Insassen hatte eine Überlebenschance. Hatte man zuvor doch schon einmal kleinere Zwischenfälle mit Straßenlaternen oder eingedrückten Kufengestellen gehabt, traf dieser schwere Schlag das Rettungszentrum sehr. Gemessen an der Zahl der Opfer sollte dieser Unfall der schlimmste in der Geschichte der Luftrettung in Deutschland werden. Im gleichen Jahr kam es jedoch auch zu einem Vertragsabschluss zwischen dem Land Hamburg und der Bundeswehr zur Sicherung des Fortbestandes des Luftrettungszentrums. Dies beendete einen Zeitraum von 30 Jahren ohne schriftliche Fixierung der zu erbringenden Leistung.

Am 19. Januar 2006 ging eine Ära zu Ende: Die Luftwaffe zog sich aus dem Betrieb des “SAR 71“ zurück und die Station wurde flugbetrieblich an die damalige Bundespolizei-Fliegerstaffel Nord übergeben

Am 19. Januar 2006 ging eine Ära zu Ende: Die Luftwaffe zog sich aus dem Betrieb des “SAR 71“ zurück und die Station wurde flugbetrieblich an die damalige Bundespolizei-Fliegerstaffel Nord übergeben
Foto: Harald Rieger

Der Rückzug der Bundeswehr aus der zivilen Luftrettung machte auch vor Hamburg nicht halt. Auch wenn es sich langsam abzeichnete, wurde am 19. Januar 2006 ohne großes Aufsehen Abschied von „Anneliese“ genommen. An diesem Tage hob das letzte mal eine Bell UH-1D der Lufwaffe als „SAR 71“ vom Landeplatz in Hamburg-Wandsbek ab. Die Ablösung steht gleich daneben – eine orange Bell 212 des Zivilschutzes. Manch einer der auch nur etwas Kenntnis des Sachgebiets hat wird sich möglicherweise gewundert haben. Trotz der Tatsache, dass auch beim Zivilschutz über die Jahre eine Tendenz des Rückzuges feststellbar war (man hatte jüngst entgegen vorheriger Versprechen die Stationen Lünen, Ludwigshafen, Nordhausen und Magdeburg an ADAC und DRF übergeben), kommt nun auf einmal ein neuer Standort hinzu. Durch einen ausgefeilte Verhandlungen wurde entgegen vorherigen Mutmaßungen tatsächlich das Hamburger Rettungszentrum mit einem Zivilschutzhubschrauber (ZSH) besetzt. Dies gelang nur aufgrund von zwei ausgefeilten Punkten:

  • Entgegen den 11 anderen ZSH ist der Hubschrauber keinem Bundesland zugewiesen, sondern dem Bundesministerium der Verteidigung, dass dort auch als Träger des Luftrettungsdienstes am BwK fungiert. Diese Einzigartigkeit macht „Christoph 29“ nun zum einzigen „Bundes-RTH“ der auch nur mit Bundes-Personal besetzt ist.
  • Der Zuwachs in Hamburg wurde mit der Abgabe einer weiteren Station gekoppelt: In Dresden wurde der bisherige ZSH „Christoph 38“ abgezogen und der Flugbetrieb dort an die DRF übergeben. Die dadurch wiederum freigesetzte BO 105 löste in Güstrow die Bell 212 ab, die so dann nach Hamburg gelangen konnte. Auch hier steckte wieder Kalkül dahinter: Der vorhandene schmale Hangar in Hamburg war bestens für die Bell 212 geeignet, aber nicht unbedingt für andere in der Luftrettung üblicherweise eingesetzte Hubschraubermuster.
Eine Praxis, die auch in Hamburg zum Einsatz kam: Bei Wartungen stellten grüne Bell 212 aus dem Fuhlendorfer Polizeipool die Einsatzbereitschaft von “Christoph 29“ sicher. Besondere Markierungen im Fenster wiesen auf den Einsatz als RTH hin

Eine Praxis, die auch in Hamburg zum Einsatz kam: Bei Wartungen stellten grüne Bell 212 aus dem Fuhlendorfer Polizeipool die Einsatzbereitschaft von “Christoph 29“ sicher. Besondere Markierungen im Fenster wiesen auf den Einsatz als RTH hin
Foto: Harald Rieger

Da die Einbindung in das SAR-Netz der Bundeswehr nun durch den Betreiberwechsel passé war, wurde der Hubschrauber in „Christoph 29“ umgetauft. Diesen inoffiziellen Namen trug er bereits aber auch schon zu Luftwaffen-Zeiten im ADAC-Jargon. Die in nun eingesetzte Bell 212 gab in Hamburg aber nur ein kurzes Gastspiel, denn am 04. Juli 2007 war wieder ein Musterwechsel angesagt. Mit der Übernahme des Standortes durch das Bundesministerium des Innern bzw. des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wurde gleichzeitig versichert, dem Standort möglichst frühzeitig einen neuen ZSH vom Typ EC 135 T2i zuzuführen. Dieses Versprechen wurde damit eingelöst und Hamburg erhielt als vierter ZSH-Standort mit der D-HZSB das neue Muster. Nachdem nun auch die Bell 212 abgezogen wurde, verstummte das bekannte „Teppichklopfen“ nun ganz über Hamburg.

Am 4. Juli 2007 ersetzte eine fabrikneue EC 135 T2i die bewährte Bell 212. Damit verschwand auch das charakteristische Fluggeräusch über Hamburg

Am 4. Juli 2007 ersetzte eine fabrikneue EC 135 T2i die bewährte Bell 212. Damit verschwand auch das charakteristische Fluggeräusch über Hamburg
Foto: Harald Rieger

Währenddessen werden in und um Hamburg neue Wege beschritten um dem dahingeschiedenen „SAR 71“ ein würdiges Denkmal zu setzen. Eine Interessengemeinschaft zur Aufstellung einer ausgemusterten UH-1D bildete sich und unter dem Einsatz des Wahlkreis-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) und des Verteidigungsministers Franz-Josef Jung (CDU) konnte am 30. August 2008 das SAR 71 Denkmal eingeweiht werden (rth.info berichtete). Seitdem steht vor dem Rettungszentrum das Schaustück, was erst kürzlich wieder für die Jubiläumsfeierlichkeiten ordentlich herausgeputzt wurde.

Alt trifft auf neu: Liebe zum Detail beweist Mirko Esterhaus vom Förderverein “Christoph 7“ Kassel mit einem ferngesteuerten Nachbau des aktuell eingesetzten ZSH-Musters

Alt trifft auf neu: Liebe zum Detail beweist Mirko Esterhaus vom Förderverein “Christoph 7“ Kassel mit einem ferngesteuerten Nachbau des aktuell eingesetzten ZSH-Musters
Foto: Harald Rieger

Start zum gemeinsamen Formationsflug am Landeplatz des Bwk Wandsbek

Start zum gemeinsamen Formationsflug am Landeplatz des Bwk Wandsbek
Foto: Harald Rieger

Für den 24. August 2013 kündigte sich ein großes Spektakel an. Unter der Ausnutzung nahezu aller denkbaren Medienkanäle lud das Rettungszentrum zum Tag der offenen Tür aus Anlass der 40-Jahr-Feier ein. Tausende von Besucher nutzten die Gelegenheit, der Leistungsschau bei schönem Wetter beizuwohnen. Neben einer EC 135-Ersatzmaschine stellte die Bundespolizeifliegerstaffel Fuhlendorf auch die Muster EC-155 und AS-332 „Super Puma“ zur Schau. Eigentlicher Star des Tages war jedoch eine Bell UH-1D in SAR-Ausführung, die für die Veranstaltung von der SAR-Staffel des Transporthubschrauberregiments 30 aus dem bayrischen Penzing eingeflogen wurde. Als die „Bell“ zweimal zusammen mit der EC 135 zu Formationsflügen über Hamburg in die Lüfte erhob, konnte man die aufgeweckten Erinnerungen in den Gesichtern einzelner Zuschauer deutlich erkennen. Nebenbei lief der Einsatzbetrieb von „Christoph 29“ selbstverständlich weiter. Die Zuschauer hatten auch die Chance das Notarzteinsatzfahrzeug und die Notarztwagen des Rettungszentrums einmal aus der Nähe zu betrachten und sich im Info-Mobil des Fördervereines von „Christoph 7“ aus Kassel sich umfangreich über die Luftrettung zu informieren. Für das leibliche Wohl war mit Gulaschkanone und Bratwurst-Grill bestens gesorgt.

Auf dem offiziellen Festakt wurden zahlreiche Grußworte gesprochen. Am Rednerpult: Begrüßung durch den Chef- und Generalarzt Dr. Med. Joachim Hoitz

Auf dem offiziellen Festakt wurden zahlreiche Grußworte gesprochen. Am Rednerpult: Begrüßung durch den Chef- und Generalarzt Dr. Med. Joachim Hoitz
Foto: Harald Rieger

Innensenator Neumann betonte die positiven Auswirkungen des zivilen Engagements der Bundeswehr auf die öffentliche Wahrnehmung der Streitkräfte

Innensenator Neumann betonte die positiven Auswirkungen des zivilen Engagements der Bundeswehr auf die öffentliche Wahrnehmung der Streitkräfte
Foto: Harald Rieger

Die öffentliche Veranstaltung wurde gleichzeitig durch einen offiziellen Festakt in der Aula des Bwk begleitet, dessen Grußworte hier natürlich auch Eingang finden sollen. Hamburgs Innensenator Neumann würdigte den Einsatz der Bundeswehr im Hinblick auf die positive Außenwirkung der Streitkräfte in der Zivilgesellschaft. Admiralarzt Apel, Abteilungsleiter A Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr, hob hervor, dass im Jahr 2012 nur drei Einsätze für Soldaten geflogen wurden. Am notfallmedizinischen Engagement für die Zivilbevölkerung werde sich trotz der Bundeswehrreformen nichts ändern. Größere Einsätze wie das Zugunglück von Eschede, Der Amoklauf des St. Pauli-Killers Werner Pinzner, und schwere Verkehrsunfälle auf den Bundesautobahnen tragen wesentlich zur Ausbildung und Inübunghaltung des Sanitätspersonals für Auslandseinsätze bei, so Apel. Markus Ulfig, Leiter der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuhlendorf, lobte den zügigen Abstimmungsprozess mit den Beteiligten, der die Übernahme des Flugbetriebs erst möglich machte. Seit der Übernahme in 2006 sei man bereits 16.200 Einsätze „in Orange“ geflogen. Zwar „unterschieden sich Bundeswehr und Bundespolizei voneinander deutlich“, aber für „Christoph 29“ spiele dies keine Rolle. Klaus Maurer, Leiter der Berufsfeuerwehr Hamburg, stellte den Vorbildcharakter der zivil-militärischen Zusammenarbeit ebenso heraus wie seine Vorredner. Gerade im Hinblick auf den Katastrophenschutz sei man an einem Ausbau der Kooperation interessiert.

Auch in Hamburg stellt das BBK und Bundeswehr mit Hilfe des dort eingesetzten Hubschraubermusters Luftrettung auf dem neuesten Stand der Technik sicher

Auch in Hamburg stellt das BBK und Bundeswehr mit Hilfe des dort eingesetzten Hubschraubermusters Luftrettung auf dem neuesten Stand der Technik sicher
Foto: Harald Rieger

Bis zum Zeitpunkt der Veranstaltung flog „Christoph 29“ bereits 1357 Einsätze und es werden bis zum Jahresende sicher noch viele mehr werden. Die Redaktion von rth.info wünscht den Besatzungen alles Gute, viele unfallfreie Flugstunden und in Zukunft auch weiter „many happy landings“.

 
Autor(en)
FTR