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2002-2012: 10 Jahre Förderverein "Christoph 7"

16.09.2012

Der Förderverein der Luftrettungsstation "Christoph 7" Kassel e. V. feierte am letzten August-Wochenende sein 10-jähriges Bestehen mit einem kleinen Festakt am Freitag, den 24. und einem großen Jubiläumsfest in den Kasseler Messehallen am Sonntag, den 26. August. Ein Fest für Jung und Alt sollte es werden, so der Veranstalter im Vorfeld - und dies wurde es auch.

Aus großer Höhe fotografiert: das Freigelände der Kasseler Messehallen mit den drei dicht umringten Hubschraubern von Bundespolizei (2-mal EC 135) und Bundeswehr (Bo 105)

Aus großer Höhe fotografiert: das Freigelände der Kasseler Messehallen mit den drei dicht umringten Hubschraubern von Bundespolizei (2-mal EC 135) und Bundeswehr (Bo 105)
Foto: Jörn Fries

Bereits am Freitagabend wurden im Rahmen des Festakts langjährige, aktive Mitglieder des Kasseler Fördervereins für ihr besonderes Engagement geehrt. Die Auszeichnungen der 15 Mitglieder, insgesamt fünfmal mit der Ehrenamtscard und zehnmal mit dem Ehrenschild des Fördervereins, nahmen der Oberbürgermeister der documenta-Stadt Kassel, Herr Bertram Hilgen, die Vizelandrätin des Landkreises Kassel, Frau Susanne Selbert, und der Vorsitzende des Fördervereins, Herr Peter Stahl, persönlich vor. Die Auszeichnungen waren als Dank für vergangene Leistungen, aber zugleich auch als Ansporn für künftiges Engagement gedacht.

Stolze Leistungsbilanz in zehn Jahren

Die Leistungsbilanz des Fördervereins und seiner Mitglieder in den vergangenen zehn Jahren kann sich sehen lassen: So wurden über die von den Kostenträgern zu tragenden Kosten hinaus die Anschaffung von weiteren medizinischen und einsatztaktischen Ausrüstungsgegenständen (zum Beispiel Notfallrucksäcke und ein Navigationsgerät) sowie die Zwischenfinanzierung von Einsatzbekleidung durch den Förderverein ermöglicht. Der Bezug von Fachliteratur, die Finanzierung von Aus- und Fortbildungsveranstaltungen für Notärzte und Rettungsassistenten, die Ausrichtung und Finanzierung von notfallmedizinischen Symposien sowie die Unterstützung wissenschaftlicher Projekte waren (und sind) weitere satzungsgemäße Aufgaben, denen sich der Förderverein gestellt hat (und auch zukünftig stellen wird). Eine ganz wichtige Position nimmt dabei die engagierte Öffentlichtsarbeit des Vereins ein, der jährlich an rund 20 öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen teilnimmt. Dazu kommen Führungen für interessierte Gruppen auf der kürzlich renovierten und für die Zukunft fit gemachten Luftrettungsstation auf dem Dach des Rotes-Kreuz-Krankenhaus.

Alles in allem wurden seit 2002 rund 150.000 Euro gesammelt, mit der die Kasseler Luftrettung als wichtiges Glied in der Rettungskette unterstützt und weiter gestärkt wurde. Möglich gemacht haben dies die vielen ehrenamtlich Aktiven im Verein, die großzügigen Unterstützungsleistungen durch private und institutionelle Spender und Sponsoren sowie nicht zuletzt die Mitgliedsbeiträge der Fördermitglieder, deren Zahl stetig steigt.

Gut besuchte Festveranstaltung

Zum großen Jubiläumsfest am Sonntag von 11 bis 17 Uhr erschienen in und vor den Messehallen Kassel annähernd 5.000 Gäste, wie Peter Stahl nicht ohne Stolz auf Nachfrage von rth.info bekannt gab. Und so verwundert es kaum, dass das im Vorfeld bekannt gegebene, ehrgeizige Ziel, das 1.000ste Fördermitglied gewinnen zu können, spielend erreicht wurde, wie der 1. Vorsitzende des rührigen Fördervereins, gegenüber rth.info bestätigte. Alleine 80 Neuanmeldungen am Sonntag sind ein beredtes Zeugnis hierfür.

Unbestrittener

Unbestrittener "Star" der Veranstaltung war der dem Förderverein seinen Namen gebende Lebensretter "Christoph 7" (D-HZSL). Ihn konnte man in einem abgetrennten Bereich nur in Kleingruppen besichtigen, da er jederzeit zu einem Einsatz gerufen werden konnte
Foto: Jörn Fries

Partner des Fördervereins stellten sich und ihre Angebote vor

Auf dem Außengelände standen neben dem Rettungshubschrauber "Christoph 7" eine blaue EC 135 der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuldatal mit ZSH-RTH-Rüstsatz und eine Bo 105 der Heeresflieger aus Fritzlar frei zur Besichtigung. Für Fragen rund um die Luftrettung standen die Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten des Kasseler Luftrettungszentrums jederzeit zur Verfügung und beantworteten jede Frage geduldig und äußerst kompetent. Während die blaue EC 135 und die Bo 105 uneingeschränkt zu besichtigen waren, konnte man sich dem orangen Lebensretter nur in Kleingruppen annähern, da die Maschine jederzeit von der zuständigen Leitstelle zu einem Notfall gerufen werden konnte - was denn auch im Verlaufe der Veranstaltung geschah! Das Gleiche galt auch für die Bo 105 CBS-5 ZSH-RTH im Maßstab 1:8, die in einem abgetrennten Sicherheitsbereich der Messehallen ihre Runden trete.

Wer einen Heli selbst steuern wollte, der hatte dazu auch Gelegenheit. Denn der im Infomobil des Fördervereins untergebrachte Heli-Flugsimulator ermöglichte dies Groß und Klein. Dort bzw. im Infozelt konnte man zudem miniaturisierte Versionen des "Christoph 7" sowie andere Merchandising-Artikel erwerben. Mitfliegen war auch möglich: Die Firma Skyheli GmbH aus dem Trebbiner Ortsteil Schönhagen setzte hierzu eine EC AS 355 F2 (D-HHWW) ein.

Auch für die Kleinen war bestens gesorgt: ein Kinderspielparadies, eine Fahrradsicherheitsstrecke, eine Kletterwand, eine Hüpfburg sowie ein Stand fürs Kinderschminken ließen auch bei den jüngsten Besuchern keine Langeweile aufkommen.

Nur im Static Display zu sehen war die blaue EC 135 (D-HVBM), die mit dem ZSH-RTH-Rüstsatz ausgestattet war

Nur im Static Display zu sehen war die blaue EC 135 (D-HVBM), die mit dem ZSH-RTH-Rüstsatz ausgestattet war
Foto: Jörn Fries

Auch die

Auch die "gute alte" Bo 105 war auf dem Messegelände zu sehen - zwar nicht in der ZSH-RTH-Version, dafür als VBH der Bundeswehr
Foto: Jörn Fries

Für die Freunde der Modellfliegerei gab es in den Messehallen Flugvorführungen mit einer EC Bo 105 CBS-5 im Maßstab 1:8...

Für die Freunde der Modellfliegerei gab es in den Messehallen Flugvorführungen mit einer EC Bo 105 CBS-5 im Maßstab 1:8...
Foto: Jörn Fries

...und für die Hobbypiloten gab es im Infomobil des Fördervereins einen Hubschrauber-Simulator, vor dem sich immer wieder lange Schlangen bildeten

...und für die Hobbypiloten gab es im Infomobil des Fördervereins einen Hubschrauber-Simulator, vor dem sich immer wieder lange Schlangen bildeten
Foto: Jörn Fries

Eine Podiumsdiskussion zum Thema

Eine Podiumsdiskussion zum Thema "Sicher Rad fahren" machte auf die besonderen Gefahren für Kinder und Jugendliche im Straßenverkehr aufmerksam
Foto: Jörn Fries

Podiumsdiskussionen und Informationsstände zu den Themen "Sicher Rad fahren" und "Wiederbelebung - AED-Projekte" machten deutlich, wie wichtig Prävention bzw. erste Hilfe durch anwesende Laien ist. Denn ein verhinderter Unfall oder Notfall ist viel mehr wert als eine Notfallsituation, in der alle Beteiligten alles richtig gemacht haben. Wie eine Rettungskette optimal abläuft, zeigten die beteiligten Organisationen bei diversen Rettungsübungen, die über den Tag verteilt in den Messehallen stattfanden.

"Wenn ich mal groß bin, werde ich 'Quadmelder' beim Roten Kreuz" - dann aber hoffentlich mit Helm!
Foto: Jörn Fries

Neben der Präsentation von Sonderfahrzeugen der Feuerwehren, darunter zwei Flugfeldlöschfahrzeuge der Bundeswehr und des Flughafens Kassel-Calden und ein Hubrettungsfahrzeug der Werkfeuerwehr des Mercedes-Benz-Werks Kassel, und der Polizei von Bund und Land Hessen gab es eine repräsentative Auswahl an Rettungsfahrzeugen der am nordhessischen Rettungsdienst beteiligten Hilfsorganisationen zu sehen. Echte Hingucker waren das Quad und das neue Intensivmobil (ITW) des Roten Kreuzes sowie der Baby-Notarztwagen des ASB Nordhessen. Durch ihre Teilnahme zeigten alle Partnerorganisationen ihre tiefe Verbundenheit zum Kasseler Förderverein.

Partnerschaftlich verbunden: Der DRK-Kreisverband Kassel-Stadt e. V. präsentierte sein neues Intensivmobil (ITW) sowie sein Intensiv-NEF...

Partnerschaftlich verbunden: Der DRK-Kreisverband Kassel-Stadt e. V. präsentierte sein neues Intensivmobil (ITW) sowie sein Intensiv-NEF...
Foto: Jörn Fries

... und die Johanniter zeigten ein Motorrad, ein Quad und einen modernen RTW, der ASB Nordhessen seinen Baby-Notarztwagen

... und die Johanniter zeigten ein Motorrad, ein Quad und einen modernen RTW, der ASB Nordhessen seinen Baby-Notarztwagen
Foto: Jörn Fries

Das Bundesamt für Bevölkerungschutz und Katastrophenhilfe (BBK) informierte an seinem Stand im Eingangsbereich der Messehallen über Möglichkeiten des Selbstschutzes im privaten Bereich und den Brandschutz mit dem so genannten "Rauchdemohaus". Neben Informationen über die bundeseigenen Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) standen die Mitarbeiter auch für Fragen rund um die neue Behördenrufnummer "D 115" zur Verfügung. Den kleinen Besuchern stellten sie das Internet-basierte Kinderangebot mit "Max und Flocke" vor.

Als die Melder piepsen, rennt die Dienst habende RTH-Crew zu ihrer Maschine...

Als die Melder piepsen, rennt die Dienst habende RTH-Crew zu ihrer Maschine...
Foto: Jörn Fries

...und startet zu einem Notfalleinsatz - staunend beobachtet und fotografiert von den zahlreichen Gästen der Festveranstaltung des Fördervereins der Luftrettungsstation

...und startet zu einem Notfalleinsatz - staunend beobachtet und fotografiert von den zahlreichen Gästen der Festveranstaltung des Fördervereins der Luftrettungsstation "Christoph 7"
Foto: Jörn Fries

Abgerundet wird das Jubiläumsjahr am Sonntag, den 24. November mit einem Benefizkonzert in der Stadthalle Wolfhagen. Dort spielt das Bundespolizeiorchester Hannover zu Gunsten des Fördervereins der Luftrettungsstation "Christoph 7" Kassel. Näheres hierzu findet man auf den Seiten des Fördervereins (siehe Weblink rechts oben).

Aber auch im kommenden Jahr wird der Förderverein wieder aktiv Öffentlichkeitsarbeit betreiben: Denn dann findet vom 14. bis 23. Juni in Kassel der Hessentag statt und auch die Fliegerstaffel in Fuldatal feiert 2013 ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Besucherfest. Und im Jahr 2014 wird der Namen gebende Zivilschutz-Hubschrauber "Christoph 7" 40 Jahre alt, so dass es dann ebenfalls eine große Feier unter Mitwirkung des rührigen Fördervereins geben wird. Dann wird man der interessierten Öffentlichkeit auch ein neues Infomobil präsentieren können, das jetzige ist in die Jahre gekommen, und auch die Ausstellungs- und Werbemittel sollen bis dahin aktualisiert werden.

Der Autor dankt dem Vorsitzenden des Fördervereins, Herrn Peter Stahl, und den Verantwortlichen der Werkfeuerwehr vom Mercedes-Benz-Werk Kassel insbesondere für die ihm und einem Kollegen eingeräumte Möglichkeit, mit dem Hubrettungswagen aus rund 30 Metern Höhe Aufnahmen machen zu können.

 
Autor(en)
Jörn Fries