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40 Jahre ZSH: Christoph 2 - Frankfurt am Main

26.08.2012

In dieser Reportagenserie sind erschienen:

Der von rth.info begonnene Mehrteiler über die Standorte der Zivilschutzhubschrauber des Bundes, findet in der bisher bekannten Form heute eine besondere Ergänzung. Es soll nämlich nicht nur die Geschichte des ZSH-Standorts „Christoph 2“, sondern auch die historische Entwicklung der Luftrettung in Frankfurt/Main aufgezeigt werden. Ermutigt durch den Testversuch von Dr. Werner Feder (welcher im Prinzip der Vorläufer des heutigen Notarzt-Einsatz-Hubschraubers darstellte - vgl. dazu Bad Doberan), den dieser im Jahre 1967 mit einer Brantly B2 vom Flugplatz Anspach aus durchführte, gab es auch von Seiten der Feuerwehr Frankfurt am Main Bestrebungen, einen eigenen Test durchzuführen. Sicherlich nicht ganz unerheblich bei diesen Überlegungen dürfte auch die gerade vollzogene Reduzierung der US-Streitkräfte Anfang 1967 gewesen sein. Denn diese hatten bis Anfang 1967 garantiert zu 100 Prozent dringliche Notfalleinsätze per Armeehelikopter zu übernehmen.

Die Berufsfeuerwehr suchte daher weitere Kontakte zur Bundeswehr unter anderen zur damaligen SAR-Leitstelle, die in Ramstein beheimatet war. Der Leiter der Dienststelle zeigte sich sehr interessiert, betonte jedoch, eines der wenigen zur Verfügung stehenden SAR-Rettungsmittel 1. Grades könne für diesen Zweck nicht abgestellt werden. Eine Möglichkeit wäre allerdings ein SAR-Rettungsmittel 2. Grades, und da war der Kommandeur des 3. Heeresfliegerkorps mit Sitz in Koblenz der geeignete Ansprechpartner.

Im Frankfurter Modellversuch wurde auch das Muster Bell UH-1D kurzzeitig erprobt: hier eine Maschine der GS-Fliegerstaffel Mitte bei einem VU auf der BAB5 bei Darmstadt

Im Frankfurter Modellversuch wurde auch das Muster Bell UH-1D kurzzeitig erprobt: hier eine Maschine der GS-Fliegerstaffel Mitte bei einem VU auf der BAB5 bei Darmstadt
Foto: Team Christoph 2

Eventuelle Kosten sollten für die Bundeswehr nicht entstehen und so übernahm die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt die Unterbringung und Versorgung des Bundeswehrpersonals. Die Branddirektion der Stadt Frankfurt am Main übernahm die Bereitstellung von technischer Ausrüstung, Funkgerät, Bodenfunkstelle, Personal und Fahrdienst. Nicht vergessen werden soll hier die US-Armee, sie stellte 20.000 Liter Treibstoff zu Verfügung.

Da zur damaligen Zeit der Oster- und Pfingstreiseverkehr als einer der Unfallschwerpunkte auf deutschen Autobahnen galt, sollte der Versuch im besagten Zeitfenster erfolgen . Andere Anforderungen aus den „NEH-Ergebnissen“ waren:

  • es müsse die Möglichkeit bestehen, mindestens 1 Patienten mittels Hubschrauber transportieren zu können.
  • dem Notarzt müsse „ausreichend“ Platz im Hubschrauber zur Behandlung des Notfallpatienten zur Verfügung stehen.
  • die (not-)ärztliche Ausrüstung müsse so bemessen sein, dass sie die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen des Patienten erlaube

Als Hubschrauber kam die Vertol H-21 (auch als „fliegende Banane“ bekannt) zum Einsatz. Mit ihr konnten bis zu vier liegende und vier sitzende Patienten transportiert werden. Die medizinische Ausrüstung des Hubschraubers war vergleichbar mit der eines Frankfurter Notarztwagens der damaligen Zeit. Als Besatzung kam zum Einsatz: die beiden Piloten, ein Bordtechniker, zwei Sanitäter, ein Arzt der Unfallklinik und ein Einsatzleiter der Feuerwehr. Zusätzlich mitgeführtes, feuerwehrtechnisches Material, sollte unter anderem die Befreiung von eingeklemmten Personen aus einem Fahrzeug ermöglichen. Neben der Vertol H-21 wurde im Rahmen des Frankfurter Modellversuchs aber auch die Bell UH-1D erprobt. Hier ist es jedoch wahrscheinlich, dass hinsichtlich der o.g. Kapazität Abstriche in Kauf genommen wurden.

Die im Modellversuch eingesetzte „fliegende Banane“ weist im Vergleich zu späteren Mustern eine beachtliche Größe auf

Die im Modellversuch eingesetzte „fliegende Banane“ weist im Vergleich zu späteren Mustern eine beachtliche Größe auf
Foto: Team Christoph 2

In enger Absprache mit den Polizeibehörden, sowie den Trägern des Rettungsdienstes war ein Einsatzradius von rund 15 Flugminuten festgelegt worden. Als Leitstelle diente der Kommandobus der Frankfurter Berufsfeuerwehr. Von dort aus bestanden Verbindungen zur Einsatzleitstelle der Feuerwehr, der „Krankentransportstelle“, sowie zur Funkstelle der Landespolizei Hessen.

Landung einer „Banane“ der 1. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel der Luftwaffe im Garten der BGU Frankfurt

Landung einer „Banane“ der 1. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel der Luftwaffe im Garten der BGU Frankfurt
Foto: Team Christoph 2

Frankfurter Testversuch startet

Am 11. April 1968 geht „Florian Frankfurt Hubschrauber 1“ schließlich in die Luft. Nach dem Ende des Modellversuchs in Frankfurt zog Oberbranddirektor Prof. Ernst Achilles eine positive Bilanz: Die Versorgung von Patienten während des Fluges gestaltete sich problemlos, alle überstanden den Transport schadlos und Landungen wären in den meisten Fällen nahe der Unfallstelle ohne weitere Gefährdungen möglich. Ein ähnliches Feedback gab es aus notfallmedizinischer Sicht von Medizinaldirektor Kunze. Er forderte für künftige Rettungshubschrauber eine gute Zugänglichkeit des Patienten und ein Platzangebot, das einem Vergleich mit damaligen NAW standhalten kann. Schon damals galt Achilles als ein großer Befürworter der Luftrettung. Er war es auch, der sich nach Ende des Versuchs mit „Florian Frankfurt Hubschrauber 1“ beim Bund und bei den elf Bundesländern für die Beschaffung von Helikoptern aus Mitteln für den erweiterten Katastrophenschutz (das entsprechende Gesetz war erst kurz zuvor erlassen worden) aussprach und die anschließende Stationierung bei Berufsfeuerwehren anregte.

Frankfurt bekommt einen der ersten Zivilschutz-Hubschrauber des Bundes

Die örtliche Presse berichtete 1970 über die Bemühungen des Ltd. Branddirektors Achilles um die Beschaffung eines Hubschraubers für Rettungs- und Feuerwehrzwecke. Gleichzeitig gab das Bundesministerium für Verteidigung dem Antrag des Landes Niedersachsen statt, vier von der Bundeswehr ausgemusterte Hubschrauber vom Typ Bristol B-171 Sycamore der dortigen Feuerwehr zu übergeben. Die Stadt Frankfurt schöpfte nun Hoffnung, sollten doch insgesamt 34 Hubschrauber diesen Typs (die bereits alle ausgemustert waren) zum Kauf angeboten werden. Obgleich der Feuerwehrflugdienst Niedersachsen den Flugbetrieb auf der Sycamore erst 1985 einstellte, kam es nicht zu einer weiteren Anschaffung von Hubschraubern dieses Typs durch Feuerwehren.

Mit der Übergabe des „Christoph 1“ waren auch die Planungen des „Christoph 2“ in Frankfurt / Main verbunden, das zuständige Bundesverkehrsministerium unter dem kürzlich verstorbenen Bundesminister Georg Leber († 21.08.2012) bot dem ADAC, genau wie in München, eine Drittbeteiligung an. Der damalige Präsident des ADAC, Franz Stadler, sah dies jedoch zum damaligen Zeitpunkt als zu riskant an. Letztlich erhielt die Stadt Frankfurt am Main vom Bund ein Angebot, mit einer Beteiligung in Höhe von 250.000,-- DM einen Hubschrauber mitzufinanzieren. Ein Angebot auf Charterbasis soll die Firma LTD aus Stuttgart abgegeben haben, demnach soll die Flugstunde mit 1.400,- DM veranschlagt gewesen sein, im zweiten Angebot erhöhte sich der Betrag auf 2.300,- DM. Auf Anfrage teilt der ADAC mit, die Kosten für eine Flugstunde der BO 105 in München lägen bei 800,- DM.

Mit der D-HFFM erhielt „Christoph 2“ seine erste eigene Maschine. Besonderheiten waren seinerzeit das Frankfurter Stadtwappen und das Logo der Björn-Steiger-Stiftung.

Mit der D-HFFM erhielt „Christoph 2“ seine erste eigene Maschine. Besonderheiten waren seinerzeit das Frankfurter Stadtwappen und das Logo der Björn-Steiger-Stiftung.
Foto: Team Christoph 2

Auch das Land Hessen wird aktiv und bietet nun dem ADAC 300.000,- DM aus Landesmitteln zur Beschaffung eines Hubschraubers an. Durch den tragische Unfall des „Christoph 1“ - der selbst und deren Besatzungsmitglieder im übrigen nicht versichert waren, und angesichts der noch immer ungeklärten Finanzierung wird die für Frankfurt eingeplante BO 105 als Ersatz für den verunfallten RTH in München in Dienst gestellt.

Eine neue Entwicklung zeichnete sich durch die Zusage der Finanzierung des Hubschraubers von über 1 Mio. DM durch Siegfried Steiger (Präsident der Björn Steiger Stiftung) ab, die BO 105 soll im Übrigen nun nicht wie in München eine gelbe, sondern eine leuchtrot-weiße Lackierung erhalten, so wie die Einsatzfahrzeuge der Frankfurter Berufsfeuerwehr. Der Adler als stolzes Wappentier der ehemaligen Freien Reichsstadt Frankfurt am Main sollte ebenfalls auf dem Heli angebracht sein, so Achilles in seinem Schreiben.

Bevor die Hangaranlage vor dem Klinikgebäude in Betrieb genommen werden konnte, fand der Flugbetrieb vom Park des Unfallklinikums aus statt. „Christoph 2“ hier neben dem „NAW 2“ der BF Frankfurt.

Bevor die Hangaranlage vor dem Klinikgebäude in Betrieb genommen werden konnte, fand der Flugbetrieb vom Park des Unfallklinikums aus statt. „Christoph 2“ hier neben dem „NAW 2“ der BF Frankfurt.
Foto: Team Christoph 2

Kurz vor dem Scheitern stand das ganze Projekt als der Bund seinen finanziellen Zuschuss zurückzog und auch das Land Hessen seine finanziellen Beteiligungen nur bis zu einem bestimmten Datum als verbindlich gegeben ansehen wollte. Zudem gab das zuständige Bundesministerium des Innern bekannt, die Bezuschussung der Betriebskosten sei „nicht unbedingt gesichert“! Als am 26. Juni 1972 die Übergabe der Maschine an den Bundesgrenzschutz (BGS) erfolgte, hatte es bereits den nächsten Rückschlag gegeben, denn der Bund sah sich nun auch nicht mehr in der Lage, die Finanzierung und Bereitstellung der BGS-Piloten (die für den Standort geplant waren) sicherzustellen. Erst am 3. Juli 1972, am Tag der Übergabe an die Stadt Frankfurt, sicherte der Bund zu, die Station fliegerisch und wartungstechnisch zu betreuen und hierfür die Kosten zu übernehmen.

Am 15. August 1972 – dem Tag der offiziellen Übergabe – wurde durch den Schlagerstar Udo Jürgens (der mit viel persönlichem Engagement zur Finanzierung des RTH beigetragen hatte) der Schlüssel des Hubschraubers symbolisch an einen Vertreter des Bundes übergeben. Damit war nach dem „Johannes Leverkusen (später Köln) 1“, dem späteren „Christoph 3“, die zweite ZS-Maschine im Einsatz. Der Standort München galt nach wie vor als ein Modellversuch.

Die Frankfurter Bo 105 - nun doch gelb, aber mit der Kennung D-HFFM (die Seriennummer war S-26) - trug bei der Indienststellungsfeier neben dem Logo des ADAC und dem Wappen des Bundes auch das Logo der Björn Steiger Stiftung, allerdings nur als Plakat. Dazu ist folgende Anekdote überliefert: Als Siegfried Steiger forderte, auch das Logo der mitfinanzierenden Björn Steiger Stiftung solle an der Maschine dauerhaft angebracht sein, wurde dies abgelehnt mit der Begründung, das Gewicht der Maschine sei genauestens austariert und durch zusätzliche Logos, die damals noch lackiert wurden, das zulässlige Abfluggewicht zu hoch. Steiger ließ jedoch nicht locker und verlangte, dass alle Bo 105 erst einmal gewogen werden sollten. Nachdem das Ergebnis der Überprüfungen feststand, war man doch einigermaßen konsterniert: Offensichtlich hatten die Ingenieure bei MBB die Maschinen vor Übergabe an den Bund bzw. den ADAC nicht gewogen, sondern das Gesamtgewicht lediglich hochgerechnet. Durch das Verwenden unterschiedlicher Nieten und Schrauben hatte jede bisher ausgelieferte Bo 105 ein anderes Gesamtgewicht! Anweisungen, die Tanks nicht mehr vollständig zu befüllen, war eine Folge des Steigerschen Schreibens an die Verantwortlichen im Bund. Sein Ziel, alle ZSH neben dem Wappen des Bundes, dem Logo des ADAC, dem Logo der Feuerwehren und der vier Hilfsorganisationen ASB, DRK, JUH und MHD auch mit dem der Björn-Steiger-Stiftung zu versehen, scheiterte allerdings vorerst.

Die D-HFFM ist leider schon 1977 bei einem Unfall in Kassel zerstört worden. Dieses Bild zeigt eine später beschaffte Maschine nach einer Landung im Innenhof der Feuerwache Nied.

Die D-HFFM ist leider schon 1977 bei einem Unfall in Kassel zerstört worden. Dieses Bild zeigt eine später beschaffte Maschine nach einer Landung im Innenhof der Feuerwache Nied.
Foto: Team Christoph 2

Zwar erhielten die Hubschrauber des Katastrophenschutzes beim Farbwechsel von Gelb auf Orange eine Leiste mit Logos der beteiligten Hilfsorganisationen, jedoch gelang es der Deutschen Rettungsflugwacht erst in den 00er Jahren des neuen Jahrtausends der DRF bei einer der neuen EC BO-105 CBS-5 ihr Logo unterzubringen. Dabei handelte es sich jedoch nur um jene Maschine, die als „Christoph 38“ in Dresden eingesetzt war und bereits von der DRF abrechnungstechnisch betreut wurde.

Von mangelnder Akzeptanz wurde bereits nach rund drei Monaten, im November 1972, gesprochen: „Christoph 2“ hatte in rund 10 Wochen nur rund 140 Einsätze durchgeführt. Ende des Jahres wurden dann ganze 188 Einsätze registriert.

Von „Patientenklau“ und angeblichen überflüssigen Einsätzen sowie Lärmbeschwerden durch den Hubschrauber ist in der anschließenden Zeit vielfach die Rede gewesen, selbst der Landtag muss sich mit der Thematik beschäftigen. Der Hangar – unmittelbar im Eingangsbereich des Klinikums und in der Nähe der Notaufnahme – war eher unglücklich gewählt, denn nicht selten waren Fahrzeuge in der Ladezone des Hubschraubers geparkt oder Personen ignorierten den Sicherheitsbereich. Ferner mussten Pilot und Rettungssanitäter auf dem Weg von ihrer Dienstwohnung zum Hubschrauber erst die Hauptzufahrtsstraße zur BGU überqueren.

Siebziger Jahre in Frankfurt: Gelber Hubschrauber und damals neuer Hangar im Zufahrtsbereich des Krankenhauses

Siebziger Jahre in Frankfurt: Gelber Hubschrauber und damals neuer Hangar im Zufahrtsbereich des Krankenhauses
Foto: Team Christoph 2

Positive Schlagzeilen gab es aber auch in jener Zeit. Eine überregionale Zeitung titelte: „Chef der Feuerwehr Frankfurt wird nach schwerem Unfall mit seinem Dienstwagen von „Christoph 2“ ins Krankenhaus geflogen“ - es handelte sich um Herrn Prof. Achilles.

Später dann in orange aber immer noch am gleichen Standort in direkter Nachbarschaft zum Pfortenbediensteten und der Notaufnahme. Die unbefriedigende Situation sollte bis 1997 anhalten.

Später dann in orange aber immer noch am gleichen Standort in direkter Nachbarschaft zum Pfortenbediensteten und der Notaufnahme. Die unbefriedigende Situation sollte bis 1997 anhalten.
Foto: Team Christoph 2

Wie auch bei anderen Standorten (die Gründe sind auch hier im Detail nicht bekannt), kam es zehn Jahre nach seiner Indienststellung zu einer Namensänderung: Aus dem allseits bekannten RTH „Christoph 2“ wurde 1982 „Christoph Frankfurt“, um nach fünf Monaten jedoch wieder in „Christoph 2“ umbenannt zu werden. Auch zu dieser Zeit gab es mal wieder Akzeptanzprobleme bei den „Bodenrettern“: Mit eher sehr gemischten Gefühlen – nach fast 13 Jahren im Dienst – muss man wohl 1986 an einen Einsatzort gekommen sein, denn der schnelle Luftretter wurde als letzter angefordert, die Abschleppwagen waren bereits vor Ort.

Frühe Aufnahme von „Christoph 2“ beim Start über dem Patientengarten

Frühe Aufnahme von „Christoph 2“ beim Start über dem Patientengarten
Foto: Team Christoph 2

Frankfurts Luftretter gehen in die Höhe

Nach einem nicht immer reibungslosen Betrieb am Landeplatz vor der Notaufnahme erhielt „Christoph 2“ einen der imposantesten Dachlandeplätze (in Deutschland) mit Hangar. Er wurde nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit im Jahr 1997 in Betrieb genommen. Auf dem Gebäude K der Frankfurter BG Unfallklinik wurden mehrere Etagen aufgesetzt, und ein markanter Bau rundet, im wahrsten Sinne des Wortes, das Gebäude nun ab. Das Bauwerk ist mit vielen Besonderheiten ausgestattet, so ist die Tankanlage für den Hubschrauber im Keller des Gebäudes untergebracht. Benötigt der Pilot nun Treibstoff, so fordert er eine bestimmte Menge an. Diese Menge wird dann mittels Pumpe nach oben gefördert. Sollte die angeforderte Menge nicht komplett benötigt werden, so fließt der Rest wieder komplett in den unterirdischen Tank zurück.

Die BO-105 CBS-5 löste die kürzere CB mitte der neunziger Jahre auch in Frankfurt ab und bleib in Frankfurt bis zum Frühjahr 2008 im Dienst. Ab 1997 wird vom neu errichteten Dachlandeplatz aus geflogen.

Die BO-105 CBS-5 löste die kürzere CB mitte der neunziger Jahre auch in Frankfurt ab und bleib in Frankfurt bis zum Frühjahr 2008 im Dienst. Ab 1997 wird vom neu errichteten Dachlandeplatz aus geflogen.
Foto: Jörn Fries

Weitere Neuerungen am Standort geplant

Ein großes Hinweisschild kündigte im Jahr 2007 weiteres Neuerungen am Standort des „Christoph 2“ an. Neben mehreren Operationssälen, einer neuen Notfallambulanz, einem modernen Eingangsbereich, soll auf dem Dach des Neubaus ein weiterer Dachlandeplatz gebaut werden. Dieser soll externen Rettungshubschraubern zur Verfügung stehen und damit solle gewährleistet werden, dass man nun unmittelbar an der Klinik landen kann. In der Vergangenheit bestand nur die Möglichkeit im Garten des Komplexes zu landen. Zum Ende des Jahres 2007 vermeldete der Standort mit 1.515 Einsätzen das bisher stärkste Einsatzjahr der Standortgeschichte. In den Jahren 2008 bis 2011 pendelten sich die Einsätze wieder im Bereich um 1200 Einsätze pro Jahr ein, eine im Bundesvergleich durchschnittliche Anzahl an Alarmierungen.

EC 135 T2i löst Bo 105 ab

Mit der offiziellen Übergabe am 29. Februar 2008 erhält auch der Standort Frankfurt/Main, wie schon andere BMI-Standorte zuvor, seine EC 135 T2i.

Vergleichsweise spät erhält „Christoph 2“ als einer der letzten ZSH-Standorte eine EC-135 T2i (Stammmaschine

Vergleichsweise spät erhält „Christoph 2“ als einer der letzten ZSH-Standorte eine EC-135 T2i (Stammmaschine "D-HZSM")
Foto: Jörn Fries

Die Geschichte der Luftrettung in Frankfurt / Main und des Standortes endet hier vorläufig mit einer Meldung aus der Tagespresse vom Juni 2009, demnach sollen – so der Wille des zuständigen Regierungspräsidiums Gießen, welches die Standorte Frankfurt am Main und Kassel verwaltet, die Hubschrauber mit dem System „Rescue Track ausgestattet werden, welches bei allen DRF Luftrettung Standorten vorhanden ist.

Die aktuelle EC 135 T2i, hier am späten Nachmittag des 17. Juni 2012 bei einem Alarmstart

Die aktuelle EC 135 T2i, hier am späten Nachmittag des 17. Juni 2012 bei einem Alarmstart
Foto: Jörn Fries

Zum 40-jährigen Jubiläum veranstaltete die Station von „Christoph 2“ zusammen mit dem Förderverein am 25. August 2012 ein Symposium zum Thema „Luftrettung und Trauma“, auf dem verschiedene Vorträge gehört werden konnten und auch ein Schockraum-Workshop stattgefunden hat. In einer „Rettungs-Olympiade“ traten Rettungsdienstteams unter sportlich-spaßigen Gesichtspunkten zum Wettkampf an. Abgerundet wurde das Programm mit einem Familiennachmittag für die interessierte Öffentlichkeit und einer Party im Festzelt.

Wir wünschen dem Standort „Christoph 2“ auch für die kommenden Jahre alles Gute!

 
Autor(en)
FTR
Jonas Schmidt
Jörn Fries