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Christoph 53, Mannheim

22.04.2003

Seit dem 01. Juli 1986 fliegt der Intensivtransporthubschrauber (ITH) "Christoph 53" in Mannheim seine Einsätze. Der von der Deutschen Rettungsflugwacht e.V. (DRF) betriebene Hubschrauber ist auf dem Flughafen Mannheim-Neuostheim stationiert.

Anflug auf Mannheim Airport

Anflug auf Mannheim Airport

Foto: Team Kalli

Die "Christoph"-Bezeichnung hat der ITH jedoch erst seit letztem Jahr: Unter dem Funkrufnamen "Flugwacht Mannheim 71" flog der Intensivtransporthubschrauber zuvor. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Flugwacht Mannheim 71 anfangs mit einer Maschine des Typs AS 350 betrieben wurde.

Die mittlerweile eingesetzte BK 117 des deutsch-französischen Hubschrauber- Herstellers Eurocopter (ehemals MBB - Deutschland - und Aérospatiale - Frankreich) hat ein Einsatzgebiet von rund 50 bis 70 km um den Standort für primäre Rettungsflüge im Rahmen der präklinischen notfallmedizinischen Patientenversorgung. Somit versorgt Christoph 53 Teile von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Die Einsätze, die der Hubschrauber fliegt, werden von der Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr in Ludwigshafen koordiniert.

Immer der Nase nach...

Immer der Nase nach...

Foto: Team Kalli

Obwohl Christoph 53 als Intensivtransporthubschrauber eingestuft wird, haben die Einsätze aufgrund des dicht besiedelten industriellen Ballungszentrums Rhein-Neckar oft primären Charakter. So rückt der ITH in Mannheim zum Beispiel anstelle des Rettungshubschraubers Christoph 5 (Ludwigshafen) auch primär aus, sollte Christoph 5 bereits an einem Einsatzort gebunden sein. Hauptsächlich fliegt Christoph 53 sekundäre, interklinische Patiententransfer- Einsätze für die Universitätskliniken in Mannheim und Heidelberg, sowie für die Verbrennungsabteilung der BG-Unfallklinik in Ludwigshafen.

Hinzu kommt die Verlegung intensivpflichtiger Patienten, dazu zählen zum beispielsweise Personen mit Polytraumen, Verbrennungen, Schädel-Hirn-Traumen oder aber schweren internistischen Erkrankungen.

Im Falle des Einsatzstichwortes "Person im Wasser" oder ähnlichen Einsatz- Indikationen können mit dem Christoph 53 auch die Tauchergruppen der Berufsfeuerwehren Mannheim und Ludwigshafen verlegt werden. Deswegen finden regelmäßig Übungen statt, mit dem Ziel, die Besatzungen aufeinander einzuspielen. Außerdem ist der Mannheimer ITH dafür bestimmt, im Ernstfall das Gasspürgerät der TUIS-Gruppe zu transportieren.

Die Dienstzeit des Personals beginnt morgens um 8 Uhr und endet mit Sonnenuntergang, dem so genannten Sunset. Die Piloten, die in Mannheim eingesetzt werden, haben eine durchschnittliche Flugerfahrung von rund 6.000 Flugstunden. Die Rettungsassistenten und die Notärzte von Christoph 53 kommen aus der Region und werden zum Hubschrauber abgeordnet. Der Pilot Franz Becker leitet die Station in Mannheim.

Autor(en)
Cornelia Klug
Matthias Genz
Olivier Zurek †
Patrik Kalinowski

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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