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Fly-in/Fly-out in Neustrelitz

20.07.2006

"SAR 93", die Bell UH-1D - von ihren Besatzungen und einem Teil der Neustrelitzer wurde sie liebevoll "Anneliese" genannt. Am 01.07.2006 steht sie das letzte Mal auf der Hubschrauberplattform und wird für den Fly Out vorbereitet und beladen. Am 30.06.2006 um 21:16 Uhr kehrte "Anneliese" mit dem Piloten Karsten Jarausch, dem Bordmechaniker Erik Müller, der Ärztin Jana List und dem Rettungsassistenten Gerd Reich vom letzten erfolgreichen Einsatz zurück, für alle, die zur feierlichen Übergabe erschienen waren, ein wehmütiger Augenblick, geht doch eine Ära in der zivilen deutschen Luftrettung zu Ende.

Lesen Sie bitte weiter unter dem folgenden Foto!

Letztmalig Hausherr in Neustrelitz: SAR 93 des Lufttransportgeschwaders 62

Letztmalig Hausherr in Neustrelitz: SAR 93 des Lufttransportgeschwaders 62
Foto: Uwe Mattuschka

Die neue Einsatzmaschine vom Typ EC 135 P2 wurde schon vor ein paar Tage eingeflogen um den Besatzungen genügend Zeit zu geben, sich an das neue Hubschraubermuster zu gewöhnen. Christoph 48 wartet bei bestem Flugwetter auf einem Ausweichlandeplatz des Luftrettungszentrums Neustrelitz auf seinen ersten Einsatz.

Der Wachwechsel deutet sich an. SAR 93 mit der Kennung 71+17 auf dem Stammplatz, den er zehn Jahre inne hatte, teilweise abgerüstet und für seine Rückverlegung zum Fliegerhorst Holzdorf des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62 vorbereitet. Christoph 48 hat im Hintergrund auch schon neue Freunde gefunden, die extra aus Sachsen an diesen Tag angereist sind.

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Am 01.07.2006 um 10:45 Uhr rufen die digitalen Alarmgeber Christoph 48 zum ersten Einsatz. Die EC 135 P2 mit der Kennung D-HSWG hebt bei herrlichen Sonnenschein von Stützpunkt zum ersten Einsatz ab und verlässt ihn in nordöstlicher Richtung.

Die Bundeswehr zeigt ein letztes Mal Flagge in Neustrelitz. Computer und andere bundeswehreigene Gegenstände sind sicher in der Bell UH-1D verstaut. Andere Materialien für den sicheren Flugbetrieb von SAR 93 sind auf einen LKW des LTG 62 verladen worden. Natürlich zeigten sich auch einige Angehörige des Lufttransportgeschwaders enttäuscht darüber, dass die Bundeswehr dieses ausgezeichnete Training für ihrer Crews aus den Händen gab. Kein Einsatz glich dem anderen, schlechtes Wetter und Zeitdruck kann man schlecht in seiner Komplexität trainieren.

Lesen Sie bitte weiter unter dem folgenden Foto!

Noch ein letztes Mal Flagge zeigen für eines der humanitärsten und am längsten andauernden  Engagements der Bundeswehr: Luftrettung in Deutschland, 1971-2006

Noch ein letztes Mal Flagge zeigen für eines der humanitärsten und am längsten andauernden Engagements der Bundeswehr: Luftrettung in Deutschland, 1971-2006
Foto: Uwe Mattuschka

Stabsfeldwebel Uwe Henze überprüft kurz vor dem Abheben noch einmal die Systeme bei laufendem Triebwerk bevor er dem Piloten sein OK gibt. Dienstfreie Besatzungsmitglieder der Luftrettungsstation verfolgen im Hintergrund wehmütig die doch so bekannte Prozedur und werden das unnachahmliche Geräusch der Huey sicherlich in der ersten Zeit vermissen. Die Bundeswehr übergibt ihren letzten Standort an eine zivile Luftrettungsorganisation. Ein neues Arrangement der Bundeswehr im fliegerischen Bereich der zivilen Luftrettung wird es wohl nicht mehr geben, dazu lässt das neue Konzept mit neuen Hubschraubermustern keinen Spielraum. Vielleicht symbolisch, dass die Flagge des Bundes beim Abschied dem Luftdruck der Rotorblätter nicht standhielt.

Pünktlich 11:30 Uhr stellt Oberleutnant Andreas Bintig "Anneliese" in den Wind und hebt ab. Nach genau 10 Jahren und insgesamt 8744 Einsätzen verlässt SAR 93 den Standort Neustrelitz (siehe folgendes Foto).

Der letzte Abflug

Der letzte Abflug
Foto: Uwe Mattuschka

Christoph 48 übernimmt den Dienst

Christoph 48 übernimmt den Dienst
Foto: Uwe Mattuschka

Christoph 48 mit der Kennung D-HSWG ist nach seinem ersten Einsatz auf der Landplattform des Stützpunktes Neustrelitz gelandet. Leitende Notärztin Claudia Schafranke verlässt zufrieden den Eurocopter,wie man im Bild rechts sehen kann.

Erster Einsatzort von Christoph 48 war Wanzka am See östlich von Neustrelitz. Nach erfolgreicher Behandlung wird der Patient mit einem RTW ins nächstgelegene geeignete Krankenhaus gebracht. Die Besatzung nutzt die Gelegenheit für ein Erinnerungsfoto an der ersten Einsatzstelle, die Mecklenburgische Seenplatte und das schöne Wetter bieten dafür ein herrliches Panorama.

Christoph 48 auf seinem neuen Stammplatz. Die EC 135 P2

Christoph 48 auf seinem neuen Stammplatz. Die EC 135 P2 "D-HSWG" (Seriennr. 0481) ist eine der 3 neuesten Maschinen dieses Typs, die Eurocopter für die ADAC Luftrettung GmbH ausgeliefert hat
Foto: Uwe Mattuschka

Mitten im Sommer der erste Einsatz vor traumhaftem Panorama, es wirkt fast wie ein Betriebsausflug: V.l.n.r. Rettungsassistent Lutz Morgenstern, Ärztin Claudia Schafranka und Pilot Michael Michalk

Mitten im Sommer der erste Einsatz vor traumhaftem Panorama, es wirkt fast wie ein Betriebsausflug: V.l.n.r. Rettungsassistent Lutz Morgenstern, Ärztin Claudia Schafranka und Pilot Michael Michalk
Foto: Michael Michalk, Christoph 48

Es entstand ein Erinnerungsfoto an die Übergabe des Luftrettungsstützpunktes Neustrelitz von der Bundeswehr an die ADAC Luftrettung GmbH. Es zeigt v.l.n.r. Uwe Jahn (Geschäftsführer DRK Mecklenburg-Strelitz), Kathrin Knuth (Landrätin Mecklenburg-Strelitz), Rolf Iwohn (Sozialministerium MVP), Oberstleutnant Mayer (Bundeswehr), Michael Michalk (Stationsleiter Christoph 48), Karsten Rohde (stellv. Bürgermeister Stadt Neustrelitz), Susanne Matzke-Ahl (ADAC) und Werner von Scheven (ADAC).

Der erste Standort für SAR 93 war ab 01.07.1996 die Stadt Schwerin. Die damaligen Besatzungen wurden vom LTG 63 aus Hohn bei Rendsburg gestellt. Am 17.06.1996 wurde das Luftrettungszentrum nach Neustrelitz verlegt, wo ab den 26.10 2000 die Besatzungen durch das LTG 62 aus Holzdorf gestellt wurden.

Das Erinnerungsfoto an die Übergabe

Das Erinnerungsfoto an die Übergabe
Foto: Bernd Krüger

 
Autor(en)
Uwe Mattuschka