Direkt zum Inhalt...

zur Startseite

rth.info

Faszination Luftrettung

Englisch Spanish RSS Feeds

Sie sind hier:


Liste mit Tags und Begriffen überspringen

Tags:

Rettungshubschrauber

Luftrettung

ADAC Luftrettung

DRF Luftrettung

Rettungsdienst

Notfallmedizin

Einsatzarten

HEMS

Pilot

Eurocopter

Bell Helicopter

Alle Fachbegriffe...

 

Wenn die Sonne vom Himmel brennt...

17.06.2006

"Hitzewarnungen" hat der Deutsche Wetterdienst in den vergangenen Tagen für fast ganz Deutschland herausgegeben. Eine "große Hitzebelastung" sei bei gefühlten Temperaturen von zumeist über 30 ° C zu erwarten. Der Sommer ist plötzlich da – innerhalb weniger Wochen. Was für die meisten schlichtweg überfällig war, bringt für die Luftrettung einige Besonderheiten im Betrieb mit sich.

So ist bei hohen Temperaturen natürlich für den Rettungsdienst generell mit hitzebedingten Erkrankungen, Kreislaufproblemen und Begleiterscheinungen zu rechnen. Auch Badeunfälle stehen leider verstärkt auf der Tagesordnung - und Unfälle mit Motorradfahrern. Leider gehen die beiden letztgenannten Unfallarten immer noch allzu oft tödlich aus.

Sommerzeit: Einsätze an Gewässern häufen sich oftmals. Hier Christoph 44 aus Göttingen

Sommerzeit: Einsätze an Gewässern häufen sich oftmals. Hier Christoph 44 aus Göttingen
Foto: Stephan Rampfel (www.kfv-goe.de)

Bei heißen Temperaturen steht der Körper grundsätzlich unter höherer Belastung und der Stoffwechsel ist intensiviert. Hiermit hängt zusammen, dass die Erfolgschancen bei Wiederbelebungen prozentual größer sind, wenn der Patient sich in kühler Umgebung befindet oder sogar unterkühlt ist.

Der menschliche Körper ist jedoch nicht allein in der Situation, dass ihm an heißen Tagen mehr abverlangt werden muss. Auch das Einsatzgerät der Luftrettung schlechthin, sprich der Hubschrauber, stößt in heißer Umgebungsluft schneller an seine Leistungsgrenzen. Die Rotorblätter erzeugen dann weniger Auftrieb, die Leistung lässt entsprechend nach. Deswegen muss das Drehmoment (engl. & Fliegersprache: Torque) erhöht werden. Das ist aber nur möglich, solange der Torque sich im zulässigen Bereich bewegt – sonst sind Schäden an der Maschine die Folge.

Aufgrund der Tatsache, dass Rettungshubschrauber nicht selten bis knapp unter das maximale Abfluggewicht (engl. MToW = Maximal Take-Off Weight) beladen werden, ergibt sich im Sommer hin und wieder das Problem, dass zu wenig Leistungsreserven zur Verfügung stehen. Diese sind jedoch im fliegerisch sehr schwierigen Geschäft der Rettungsfliegerei unentbehrlich, so dass bisweilen auf die luftgebundene Mitführung von Ausrüstung verzichtet werden muss. In Landsberg am Lech z.B. hält die Luftwaffe eine voll ausgestattete Bell UH-1D für den SAR-Dienst bereit, zusätzlich jedoch auch eine nur mit dem nötigsten ausgerüstete Maschine mit Rettungswinde. So soll garantiert werden, dass der Windeneinsatz, der viel Leistung erfordert, auch bei schwierigen Rahmenbedingungen problemlos durchgeführt werden kann.

Nutzung der Rettungswinde im Sommer: Hier Windentraining des RTH Christoph 26 im 2. Quartal 2004

Nutzung der Rettungswinde im Sommer: Hier Windentraining des RTH Christoph 26 im 2. Quartal 2004
Foto: Harald Rieger

Nicht ganz einfach ist es zudem hin und wieder für die Crews, auch im Hochsommer im Flug einen sprichwörtlich "kühlen Kopf" zu bewahren, weil auf eine Klimaanlage zumeist aus Gewichts- oder Kostengründen verzichtet wird. Und noch ein ungeahntes Problem kann sich ergeben, wenn ein "Luftquirl" sich anbahnt, auf einem Grantplatz zur Landung zu gehen. Die dabei typischerweise durch den Rotorabwind (engl. downwash) entstehende Sand- und Staubwolke sucht in den normalerweise gemäßigten Breiten Deutschlands ihresgleichen. Zu diesem Thema gibt es einen interessanten Weblink, der die kurze Lesezeit wert ist: Wir haben ihn im Kontextbereich dieser Reportage hinterlegt.

Was ebenfalls sicher ist: Wenn es Sommer wird, steigen die Einsatzzahlen kräftig an. Das gilt nicht nur für die Kollegen vom luftgebundenen Auslands-Rückholdienst (Repatriierung) mit ihren Flächenflugzeugenin der Urlaubszeit, sondern auch für die Hubschrauber-Rettung. Der Grund: In den Sommermonaten ist es länger hell - also kann auch länger und somit mehr geflogen werden. Und fast alle Primär-Rettungshubschrauber sind des nachts nicht verfügbar. Die 24h-einsatzbereiten Standorte indes stehen natürlich so oder so zur Verfügung.

So kommt es an den nur tagsüber besetzten Stationen manchmal an den längsten Tagen des Jahres zu sehr langen Bereitschafts- und Einsatzzeiten. Hier setzt dann das Luftfahrtrecht mit den vorgeschriebenen Ruhezeiten letztlich die Limits. Doch eines ist sicher: Der nächste Einsatz kommt bestimmt.

Impressionen

Wenn Sie die Bilder der folgenden Galerie nicht vollständig sehen können sollten, können Sie in den Vollbildmodus Ihres Browsers wechseln (meistens mit "F11"). Ansonsten können Sie die Bilder bei Ihnen lokal speichern und mit der Software Ihrer Wahl anzeigen lassen.

 
Autoren
PP