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D-HSAN als Lifeliner 4

10.10.2003

Groningen (NL) ::  Die ADAC Luftrettung GmbH stellt seit dem 01.10.2003 ihre EC 135 P2 mit der Kennung "D-HSAN" (c/n 0276) in den Niederlanden als Traumahelikopter "Lifeliner 4" zur Verfügung. Das berichtete der Webmaster von www.traumahelikopter.nl* in Wort und Bild auf seiner Homepage. Die D-HSAN hat in Groningen die zuvor eingesetzte MD 902 PH-SHF abgelöst. Für den Einsatz in den Niederlanden hat die D-HSAN, wie auf den veröffentlichten Fotos erkennbar, jedoch keine zusätzliche Beklebung / Beschriftung erhalten, welche auf die ungewöhnliche Konstellation hinweist. Lediglich die inzwischen obligatorische Europaflagge prangt am Hubschrauberheck. An den Cockpit-Türen steht nach wie vor der neutrale "Christoph"-Schriftzug. Besetzt wird die D-HSAN nun von den niederländischen Crewmitgliedern. Zur Besatzung des "Lifeliner 4" gehören vier Anästhesisten, vier Chirurgen, sechs "ambulance verpleegkundigen" und drei Piloten.

Mit der D-HSAN wurden bereits die ersten Einsätze erfolgreich abgewickelt, darunter eine Reanimation, mehrere Verkehrsunfälle und ein schwerer Betriebsunfall. Die meisten Einsätze der "Lifeliner"-Hubschrauber sind chirurgisch indiziert. Dies resultiert aus der Tatsache, dass die "ambulance verpleegkundigen" vergleichbar mit den amerikanischen Paramedics weitreichendere notfallmedizinische Kompetenzen als deutsche Rettungsassistenten haben. Gemäß der niederländischen Auffassung ist ein Hubschraubereinsatz für internistische Notfälle im Normalfall nicht notwendig.

Der Vorgänger der D-HSAN am Stützpunkt am Universitätskrankenhaus Groningen war vom privaten Luftrettungsoperatoren KP eingesetzt worden. Dieser hält in Nijmegen zudem den "Lifeliner 3" vor.

"Lifeliner 4" ist ähnlich den meisten deutschen Rettungshubschraubern nur tagsüber und bei Erfüllung der spezifischen Wetterminima einsatzbereit. Wenn diese Minima unterschritten werden und während der Nachtstunden rückt die medizinische Besatzung des Hubschraubers mit einem Mercedes Vito bodengebunden zu ihren Einsätzen aus - vergleichbar einem normalen NEF. Das Einsatzgebiet des "Lifeliner 4" erstreckt sich standardmäßig über den Nordosten der Niederlande. Des Öfteren werden auch die westfriesischen Inseln angeflogen (nur für Texel ist "Lifeliner 1" zuständig).

Autor(en)
PPR
Quelle(n):
www.traumahelicopter.nl*, www.lifeliner4.com*

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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