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OLT im Ambulanzflugdienst

20.11.2008

Emden (NDS) ::  Vor gut einem Monat ist die Firma OLT (Ostfriesische Lufttransport GmbH) in den Ambulanzflugdienst in Niedersachsen eingestiegen. Mit Hubschraubern leistet OLT seither den, wie es offiziell heißt, "qualifizierten Krankentransport" mit Schwerpunkt Ostfriesland im norddeutschen Tiefland.

rth.info hatte kurz nach der Aufnahme dieser Services OLT eine Anfrage zu näheren Auskünften zugeschickt. In dieser Kalenderwoche nun hat OLT die erbetenen näheren Informationen bereitgestellt.

Medizinische Besatzung und Alarmierung

Der "Qualifizierte Krankentransport" unterscheidet sich in Dringlichkeit und Einsatzablauf von der Notfallrettung und dem dringenden Intensivtransport. Deshalb sind die Helikopter von OLT nicht mit Notarzt und HEMS, sondern stattdessen mit zwei Rettungsassistenten besetzt. Ein Helikopter steht die ganze Woche über im Tagdienst bereit; die Anforderungen laufen über die Rettungsleitstelle Emden, Tel. +49(0)4921 94321, berichtet uns OLT.

Einsatzzweck

Patienten können so auf dem Luftweg auch über weitere Distanzen verlegt werden. Diese Transportdienstleistung habe das Land Niedersachsen genehmigt, hieß es. Die Fluggeräte vom Typ Aérospatiale AS 355f2 und Bell 206L stehen am Flugplatz Emden bereit und bieten Kapazitäten für je einen liegenden Patienten sowie bis zu zwei sitzende Begleitpersonen, berichtet OLT.

Auszug aus der OLT-Pressemitteilung zum Start der Services:

"Harald Wiers von der Leitstelle in Emden freut sich über diese Entwicklung: 'Für die Region Ostfriesland und damit für die Leitstellen Aurich, Emden, Leer und Wittmund ist dies eine große Bereicherung.' Die Emder Leitstelle wird künftig auch die begleitenden Sanitäter für die Ambulanzflüge zur Verfügung stellen.

Rückholung von ostfriesischen Inseln

Gerade die Rücktransporte von ärztlich erstversorgten Patienten von den ostfriesischen Inseln zur Definitivversorgung auf dem Festland stellt sich bisweilen problematisch dar. Seenotrettungskreuzer, gewöhnliche Fährschiffe und bisweilen die Luftrettungsmittel "Christoph 26" aus Sande und die SAR-Hubschrauber der Marine leisten diese Dienste je nach Verfügbarkeit, Wetter, und anderen Kriterien. Möglicherweise können diese Rettungsmittel, die primär eigentlich für andere Zwecke vorgehalten werden, durch OLT entlastet werden. Die Statistiken der genannten Rettungsmittel werden zeigen, ob dieses Ziel durch den neuen Anbieter erreicht werden kann.

Über OLT

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels war die OLT-Webseite leider wegen einer Datenbank-Fehlkonfiguration nicht erreichbar. Neben Fixed-Wing-Operations (Flächenflugzeugbetrieb) sind die Helikopter ein wichtiges Standbein der OLT, womit die Firma auch im Offshorebereich tätig ist.

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PPR

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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