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Christoph 30: Jubiläum und neuer Hubschrauber

23.07.2003

Wolfenbüttel (NDS) ::  "Christoph 30" in Wolfenbüttel feierte kürzlich das 20jährige Bestehen seines Stützpunktes. Seit Juli 1983 gibt es am dortigen Klinikum ständig einen Rettungshubschrauber. Seither wird dieser Hubschrauber überwiegend zur Primärrettung im üblichen Einsatzradius eingesetzt. Das EInsatzgebiet wird eingerahmt von denen der RTH in Uelzen (Chr. 19, ADAC), Hannover (Chr. 4, BMI & Chr. Niedersachsen, HSD), Göttingen (Chr. 44, DRF), Nordhausen (Chr. 37, BMI) und Magdeburg (Chr. 36, BMI).

Nunmehr nach zwei Jahrzehnten Rettungsfliegerei konnte die seit 18 Jahren im Einsatz stehende BO 105 des ADAC durch eine EC 135 P2 ersetzt werden. Dies bestätigte das Standortklinikum gegenüber www.rth.info. Dabei handelt es sich anderen Quellen zufolge um die D-HWFH. Nun steht ein Luftrettungsmittel der "dritten Generation" auch in Wolfenbüttel zur Verfügung. Seit 1985 ist an dem Luftrettungszentrum die ADAC Luftrettung GmbH tätig. Bemerkenswert: Zuvor hatte dort zwei Jahre lang (1983-1985) die Polizeifliegerstaffel Niedersachsen mit einer SA 365 C2 Luftrettung betrieben. Damals hörte der Hubschrauber auch noch auf den Funkrufnamen "Phönix 14". Die eingesetzte (grün-weiß lackierte) Maschine, deren Typ heute in modifizierter Version als EC 155 von Eurocopter vertrieben wird, war zuvor bereits in Uelzen für die Luftrettung tätig gewesen. Auch dort hatte der ADAC diese Station mit einer BO 105 übernommen. Zu diesen bundesweit einmaligen Fällen der "Amtshilfe" von Polizeifliegerstaffeln in der Luftrettung kam es ab 1981, nachdem das BMI mit dem Aufbau von 18 ZSH-Stationen seine Ressourcen zur Sicherung der Luftrettung erschöpft sah. Als klar wurde, dass mit weiteren RTH aus staatlichen Mitteln nicht mehr zu rechnen war, wies das Land schließlich seine Polizeiflieger an, einen der 7 Hubschrauber zum RTH umzurüsten und so selbst für die Schließung noch bestehender Lücken im RTH-Netz zu sorgen. Nach der Übernahme des Standortes durch den ADAC wurde die EMS-Ausrüstung aus der SA 365 C2 wieder ausgebaut und das polizeispezifische Equipment erneut in die Zelle integriert.

Seit 1985 fliegt nun eine gelbe BO 105 in Wolfenbüttel; der Standort erfuhr einige Jahre später noch eine Veränderung, als im Mai 1986 der neue Hangar mit Unterkünften und Aufenthaltsräumen sowie modernen Fernsprecheinrichtungen offiziell seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Diese Anlage galt in ganz Deutschland als vorbildlich, handelt es sich hier doch um eine Konzeption der zweiten Generation der stationären Luftrettungsstützpunkte, die die Erfahrungen von Praktikern - Piloten, Notärzten und Rettungssanitätern - integrierte.

Jetzt wurde mit der Stationierung des neuen Hubschraubermusters wieder ein wichtiger Schritt getan, um die Modernisierung der EMS-Hubschrauberflotten in Deutschland gemäß den neuen, europaweit geltenden strengeren Vorschriften (JAR-OPS 3) voranzutreiben. Der Autor des Artikels wünscht der Crew von "Christoph 30" allzeit sichere Landungen auch mit dem neuen Fluggerät, das größer, leistungsstärker und noch sicherer als die BO 105 ist. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Infotexten zur EC 135 und zur BO 105 (siehe Hyperlinks). An dem Aufgabenzuschnitt des "Christoph 30" (d.h. Primärrettung in der Hauptsache) ändert sich nach den uns vorliegenden Informationen nichts.

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PPR

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Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

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