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Anklage erhoben

19.06.2003

Lüneburg (NDS) ::  Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat gestern (18. Juni) Anklage gegen den ehemaligen ADAC- Rettungshubschrauberpiloten Jens-Olaf S. erhoben. Neben fahrlässiger Tötung wird ihm vor allem der Verstoß gegen das Luftfahrtgesetz vorgeworfen, sagte Manfred Warnecke, Oberstaatsanwalt gestern auf einer Pressekonferenz.

Am 20. Januar dieses Jahres war der 35jährige Pilot mit dem Rettungshubschrauber "Christoph 19" (BO 105 mit der Kennung D-HLFB) bei dem Versuch, unter einer Brücke hindurch zu fliegen, abgestürzt. Der Hubschrauber versankt samt Crew im Elbe-Seitenkanal. Augenzeugen konnten dies bestätigen. Mit an Bord waren auch ein 40jähriger Rettungsassistent sowie ein 34jährigerer Notarzt. Der Pilot und der Rettungsassistent konnten sich aus dem Wrack befreien, für den Notarzt hingegen kam jede Hilfe zu spät.

Der Pilot, welcher zum Unglückszeitpunkt erst seit zwei Tagen im Raum Uelzen eingesetzt war, wurde von den Aussagen des Rettungsassistenten schwer belastet. Und schon einen Tag nach dem Absturz wurde Jens-Olaf S. von der ADAC Luftrettung GmbH entlassen. Man wusste zudem offensichtlich nicht, dass der Hubschrauberpilot für die Firma Euroheli schon viele waghalsige Flugmanöver geflogen hatte.

Auch nach diesem schweren Unglück setzt die ADAC Luftrettung am Standort des Christoph 19 in Uelzen eine BO 105 ein. rth.info hält Sie bezüglich der Verhandlungen weiterhin auf dem Laufenden.

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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