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Generationenwechsel in Bayern

30.03.2007

Kempten/ Traunstein (BAY) ::  Während die ADAC Luftrettung kürzlich ihre letzte BO 105 ausmusterte, geht der Bund nun den ersten Schritt in diese Richtung. Seit heute fliegen die zwei fabrikneuen EC 135 T2i in Kempten und Traunstein. Sie lösen nach Jahrzehnten die altgedienten BO 105 ab. Zur feierlichen Inbetriebnahme ließen es sich viele Interessierte nicht nehmen, den Startschuss in eine neue Ära der Katastrophenschutz- Luftrettung mitzuverfolgen.

Übergabe und Einweihung

Um 10:00h setzten die Verantwortlichen den Termin für den "Wachwechsel" im südbayerischen Traunstein an. Vier Stunden später erfolgte das gleiche Procedere im alpennahen Kempten (Allgäu). Obwohl Hubschrauber bekanntlich nicht über eine Schlüssel-Zündung wie Autos verfügen, konnte eine Schlüsselübergabe stattfinden. Mit den heute üb ergebenen Schlüsseln können die Crews ihr neues Fluggerät vor unerlaubtem Zugriff sichern. An beiden Standorten wurden die Maschinen zudem im Anschluss von einem Geistlichen gesegnet.

Festreden in Kempten

Unter der Moderation von Notarzt Dr. Zipperlen fanden dann in Kempten die Festlichkeiten mit Grußworten statt. Erster Redner war Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Er würdigte die Innovation und hob dabei auch die Rolle des Landes Bayern als, so wörtlich, "Wiege der Luftrettung in Deutschland" hervor.
Im Anschluss zeigten Karlheinz Anding (Bayerisches Staatsministerium des Innern), Dr. Eduard Leifert (Zwecksverbands- Vorsitzender) und Leonhard Stärk (Landesgeschäftsführer BRK) die regionale und lokale Wertschätzung der neuen Rettungsgeräte.

Gunter Carloff, Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe, brachte den technischen Standard der neuen Hubschrauber in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Bund ist der erste deutsche Luftrettungs-Betreiber, welcher die leistungsgesteigerte Version T2i der EC 135 einsetzt. Als "Höhepunkt" bezeichnete Carloff die zwei Kollisions- Warnsysteme der neuen Hubschrauber des Bundes. Hindernisse aller Art sind im Alpenraum reichlich vorhanden - und, so Carloff: "...Das Alles wird im Flug angezeigt!"
Aber nicht nur Innovationen habe man eingebaut, sondern auch auf etablierter Technik aufgebaut: So habe man "das bekannte und bewährte Bergetau der BO 105 übernommen [...] – modifiziert, jetzt mit variabler Länge!"
Die Bergetau-Verfahren wurden im Vorfeld der Indienststellung bereits ausgiebig mit der Bergwacht gemeinsam trainiert. Als Fazit kam Carloff zu dem Schluss:

"Es hat sich gelohnt, einige Zeit zu warten!"

Carloff nahm damit Bezug auf den späten Kauf der Maschinen mit Auslieferung im Dezember, und ihre späte Inbetriebnahme.

Passend zum Anlass ließen sich die Funktionsträger des Bundes größtenteils einfliegen. Aus Bonn kommend waren sie zunächst nach Traunstein, und im Anschluss von dort ins Allgäu geflogen. Die SA 330 J Puma landete jedoch nicht am Krankenhaus in Kempten, sondern am nahen Flugplatz Durach.

Zwillingsveranstaltung

Die Übergabe der neuen Maschine auf dem Dachlandeplatz des Klinikums in Traunstein fand in ähnlicher Weise statt.

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Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

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