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Jetzt mit Fotos: Letzte BO 105 des ADAC a.D.

17.03.2007

Senftenberg (BRB) ::  Leise und fast unbemerkt ging bei der ADAC Luftrettung GmbH nach genau 36 Jahren und 4 Monaten eine Ära zu Ende. Was am 01.11.1970 mit der Indienststellung von "Christoph 1" in München-Harlaching begann, es handelte sich damals um die erste Serienmaschine der Firma MBB vom Typ BO 105, fand am 28. Februar 2007 mit dem letzten Start einer BO 105 CBS-5 vom Senftenberger Luftrettungszentrum ein Ende. Das Team um "Christoph 33" war das letzte, dass noch dieses Muster im Regelbetrieb in der ADAC-Luftrettungsflotte flog. Noch im letzten Jahr stellte das Team mit 1.487 Einsätzen einen neuen Stationsrekord auf.
Gegen 13:30 Uhr kehrte die BO-105 mit der Kennung D-HUHN von seiner letzten erfolgreichen Mission zurück. Es war Einsatz 17.282 seit der Indienststellung von "Christoph 33" am 21.12.1991 und der Zufall wollte es, das OMR Dr. med. Hartmut Handschak mit Pilot Gerd Engmann und HCM Frank Maibaum an Bord der Maschine war. Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises Oberspreewald-Lausitz war maßgeblich am Aufbau der Luftrettungsstation Senftenberg nach der Wende beteiligt und flog am 22.12.1991 auch den ersten Einsatz mit einer BO-105 von diesem Standort aus.
Zur gleichen Zeit traf Pilot Uwe Kaminski von der ADAC Luftfahrt Technik mit der EC 135 P2 in Senftenberg ein. Er überführte die Maschine mit der Kennung D-HOFF von Bonn-Hangelar in den Süden Brandenburgs. Sie ist noch nicht mit dem Funkkenner von "Christoph 33" versehen, so das man davon ausgehen kann, dass sie nicht die Stammmaschine in Senftenberg sein wird. Für die Zeit der Umräumarbeiten und Übergabeformalitäten übernahm Christoph Brandenburg die primäre Sicherstellung für diesen Bereich. Um 14:55 Uhr startete Pilot Uwe Kaminski zum letzten Mal mit einer BO-105 vom LRZ Senftenberg. Nach einer letzten Runde um den Stützpunkt nahm er Kurs in Richtung Halle-Oppin. Dort werden die letzten 4 Maschinen dieses Typs auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Sie werden in den nächsten Tagen in Container verladen und treten ihre weite Reise nach Malaysia an. Dort sollen sie ebenfalls im Luftrettungsbereich eingesetzt werden.

Autor(en)
Uwe Mattuschka
Wir danken für Unterstützung:
Team LRZ Senftenberg, ADAC Luftrettung GmbH, Herrn Balzer und Foto-Service-Balzer Schwarzheide

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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