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Kommt Perleberg in Fahrt?

01.03.2006

Perleberg (BRB) ::  Große Fortschritte bei der Neuinstallation eines Luftrettungszentrums in Perleberg: Wie die Tageszeitung "Der Prignitzer" berichtete, kam es vor kurzem zu klärenden Gesprächen zwischen der Kommune Perleberg und dem Land Brandenburg. Der Berichterstattung zufolge „stehen die Signale auf Grün!“, allerdings muss hier noch auf eine Entscheidung des Potsdamer Gesundheitsministerium gewartet werden, bevor die Angelegenheit als endgültig betrachtet werden kann.

Bereits im Frühjahr wird mit einer Entscheidung aus Potsdam gerechnet. Wenn diese positiv ausfällt, kann mit dem Bau des Luftrettungszentrums noch in diesem Jahr begonnen werden, so dass die Planung der Inbetriebnahme für Anfang 2007 realistisch ist. Diese optimistische These stützt sich darauf, dass hinter den Kulissen alles reibungslos von Statten geht, wovon allerdings auch auszugehen ist.

Die Problematik bei der optimierten rettungsdienstlichen Versorgung aus der Luft ist in der Region um Perleberg ausreichend bekannt, stellt der Großraum doch nach wie vor eine klaffende Lücke im Luftrettungsnetz der Bundesrepublik Deutschland dar. Zwar können in die Region die Rettungshubschrauber aus Brandenburg (Chr. 35), Magdeburg (Chr. 36), Güstrow (Chr. 34), Neustrelitz (Chr. 48) und Uelzen (Chr. 19) entsendet werden, aufgrund des langen Anflugwegs haben diese Rettungsmittel aber eine erhebliche Vorlaufzeit, bis sie in die medizinische Versorgung des Patienten eingreifen können.

Weiter heißt es in der Berichterstattung, die Station werde rund um die Uhr besetzt sein. Sollte sich dies als stimmig herausstellen, ist davon auszugehen, dass man in Perleberg die Implementierung eines ITH-, respektive Dual-Use-Hubschraubers in Erwägung zieht. In Anbetracht der Entferung zu bereits installierten Systemen wie Halle-Oppin, Berlin und Hamburg eine durchaus sinnvolle Lösung, da diese luftgestützten Interhospitaltransfer-Systeme ebenfalls eine lange Eintreffzeit aufweisen. Auf anderer Seite allerdings war zu vernehmen, dass in Perleberg ein Hubschrauber vom Typ EC 135 eingesetzt werden soll, was die These in Form eines reinen ITH wieder in Frage stellt. Die letztendliche Entscheidung der verantwortlichen Stellen bleibt hier mit Spannung abzuwarten.

Aufgrund der verwaltungsmäßigen Zuständigkeit des Landes Brandenburg trifft das zuständige Ministerium die Entscheidung zwischen möglichen Betreibern. Nach vorliegenden Informationen soll dieses nicht im Rahmen einer Ausschreibung geschehen, sondern in einem sogenannten Genehmigungsverfahren. Bereits jetzt sollen dem Land Angebote verschiedener Betreiber vorliegen, die sowohl die Errichtung eines Luftrettungsstandortes und auch dessen Betrieb beinhalten. Dem Pressebericht der Tageszeitung "Der Prignitzer" ist unmissverständlich zu entnehmen, dass auf den Kreis Perleberg bei der Errichtung und des Betriebs des Standortes keine Kosten zukommen.

Nicht bekannt ist jedoch, ob die umliegenden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und auch Niedersachsen, sich an der Errichtung des Luftrettungszentrums beteiligen. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten erscheint es aber sinnvoll, dass der Hubschrauber länderübergreifend eingesetzt wird.

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor(en)
Patrik Kalinowski
Quelle(n):
www.svz.de/prignitzer/newspri/PRIVermischtes/28.02.06/3343110/3343110.html (Der Prignitzer - Tageszeitung)

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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