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Neue Station in Jena weiterhin nicht voll nutzbar

23.08.2005

Jena (THÜ) ::  Die neue Station für den Rettungshubschrauber "Christoph 70" des ADAC am Flugplatz Jena-Schöngleina (rth.info berichtete) ist weiterhin nicht voll funktionsfähig und kann nur mit Einschränkungen genutzt werden. Das Problem, so die Ostthüringer Zeitung in einem Bericht vom 22.08., sei die Plattform, auf dem der Hubschrauber in den Hangar geschoben und wieder hinausbefördert werden kann. Oder besser gesagt: werden könnte, denn die Bremse der auf Schienen fahrbaren Plattform arbeite so schlagartig, dass durch den entstehenden Ruck die Gefahr bestünde, dass der Hubschrauber umstürzen könne, so die "OTZ" unter Berufung auf ein Interview mit Notarzt Dr. Jens Reichel von der Rettungshubschrauber-Station "Christoph 70". Bisher durchgeführte Arbeiten an der Landeplattform hätten nicht zum Erfolg geführt. Die Unterbringung des Hubschraubers vom Typ EC 135 erfolge deshalb weiterhin im alten Hangar. Dieser stammt noch aus der Zeit, als die Luftwaffe 1994 in Jena-Schöngleina erstmals einen ihrer Helikopter vom Typ Bell UH-1D für den Such- und Rettungsdienst stationierte.

Ein weiteres Problem, so die OTZ, sei darüber hinaus das den neuen Hangar umgebende Gelände, das nicht flach genug sei und "begradigt" werden müsse. Die Zeit dränge nun für eine neue Grassaat, da "Christoph 70", der seit dem 07.01.1998 von der ADAC Luftrettung betrieben wird, das lockere Erdreich zu sehr aufwirbele.

Immerhin, und das kann bereits als großer Fortschritt im Vergleich zur vorherigen Situation gewertet werden, sind die Arbeits- und Sozialräume für die Besatzungen bereits voll nutzbar.

Hintergrundinformationen

"Christoph 70" steht dem Rettungsdienst in einem Umkreis von ca. 50-80 km Radius um seinen Standort zur Verfügung. Die Einsatzbereitschaft wird, sofern das Wetter es zulässt, das ganze Jahr über von Sonnenaufgang (bzw. frühestens 07:00h) bis Sonnenuntergang aufrecht erhalten. "Christoph 70" ist einer der wenigen deutschen Rettungshubschrauber, die für die primäre Notfallrettung als schneller Notarztzubringer genutzt werden und dabei nicht an einem Klinikum, sondern einem Flugplatz stationiert sind. Die Notärzte stellt das Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Rettungsassistenten das Deutsche Rote Kreuz. Die Piloten und der Hubschrauber werden von der ADAC Luftrettung GmbH mit Sitz in München gestellt.

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PPR

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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