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Das Aus für Huey in Hamburg kommt 2004

25.01.2003

Hamburg (HH) ::  Laut "Hamburger Abendblatt" und "Die Welt", jeweils vom 28. Januar 2003, wurde ein neues Abkommen zwischen dem Hamburger Innenstaatsrat Walter Wellinghausen und dem Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Karl W. Demmer am Montag geschlossen, welches auch das zukünftige Engagement in der Hamburger Luftrettung regelt.

Demnach wird der derzeitige Hubschrauberstandort am Bundeswehrkrankenhaus in Wandsbek erhalten bleiben, und in einem neuen Betreibermodell, ähnlich dem des Koblenzer "Christoph 23" betrieben. Das heißt die Bundeswehr wird das medizinische Personal stellen, während Hubschrauber und Piloten von einem privaten, noch zu benennenden Betreiber kommen. Die besten Chancen werden hierbei dem ADAC zugeschrieben, da dieser bereits den "Christoph Hansa" in Hamburg-Boberg betreibt.

Grundsätzlich werde sich laut Generaloberstabsarzt Demmer an dem Aufgabenzuschnitt des zukünftigen Hamburger RTH nichts ändern. „Wir haben ein ausgeprägtes Interesse, uns hier weiter zu engagieren“, sagte Demmer. Dabei spekuliert die Bundeswehr vor allem auf die Möglichkeit realistischer Einsätze des medizinischen Personals. Eine vor dem Hintergrund zahlreicher Auslandseinsätze der Bundeswehr wichtige Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln.

Staatsrat Wellinghausen betonte, dass Hamburg zwei Rettungshubschrauber benötige. Der ADAC-ITH "Christoph Hansa" könnte die Anzahl der in Hamburg derzeit anfallenden RTH-Einsätze bei weitem allein nicht bewältigen. Das Abkommen stelle die bisherige Zusammenarbeit „auf eine sichere Basis“. Der Bundeswehrrettungshubschrauber SAR 71 fliegt seit fast 30 Jahren in Hamburg.

Fest steht übrigens beim Einsatz eines zivilen Hubschrauberbetreibers, dass die Krankenkassen für Rettungseinsätze tiefer in die Tasche greifen werden müssen. Die Bundeswehr stellt ihnen derzeit pro Einsatz pauschal etwa 500 € in Rechnung. Stattdessen wird es ab 2004 vermutlich eine Abrechnung nach Einsatzdauer und Flugminuten geben - etwa wie bei der ADAC Luftrettung GmbH. Der Preis pro Flugminute wird sich sehr deutlich erhöhen. Nur so wird der Betrieb des Hubschraubers für zivile Anbieter zu rechtfertigen sein. Derzeit fliegt der SAR71 die Kosten für seine Einsätze dem Bund deutlich nicht wieder ein. Da die Abrechnungsart der zivilen RTH-Betreiber jedoch deutschlandweit entsprechend der Zahl von deren RTH- Stationen sehr verbreitet ist, dürften sich keine Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Einsätzen eines Nachfolgers des SAR71 ergeben.

Laut Generalmajor Reinhart Hoppe wurde ein neues Modell für Hamburg, vor dem Hintergrund der "Neuausrüstung der Bundeswehr" und der damit verbundenen Ausmusterung der Bell UH-1 D in den kommenden Jahren, notwendig. Nachfolgemodell für die Bell UH-1 D wird der NH 90, der jedoch aufgrund seiner Größe nicht im Stadtgebiet für die Luftrettung eingesetzt werden kann. Der SAR-Dienst im Hamburger Raum wird jedoch vermutlich allein bei der Bundeswehr verbleiben. Die für den SAR-Dienst zuständigen Hubschrauber werden dann vermutlich von einem anderen norddeutschen Stützpunkt aus starten, um so für den Norddeutschen Raum und besonders Hamburg weiterhin für den SAR-Dienst SAR-Mittel ersten Grades vorhalten zu können.

Laut Medienberichten soll ab dem 01.01.2004 bzw. dem 01.04.2004 die Bell UH 1D in Hamburg abgelöst werden. Die Bundeswehr wird das Hubschraubermuster UH 1D voraussichtlich jedoch noch bis 2010 und darüber hinaus für verschiedene Transportzwecke u.ä. einsetzen. Die Finanzlage beim Bund wird wohl auf längere Sicht die schnelle Ausmusterung aller Hueys verhindern. Zudem müssen bei der Bundeswehr darüber hinaus ja auch z.B. die Westland SeaKing MK41 durch MH90 (Marineversion des NH 90) ersetzt werden. Auf der Ausmusterungsliste stehen zudem viele BO105 CBS der Luftwaffe. Ähnlich sieht es im Bereich der Flugzeuge aus.

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

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