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Leipzig: Zuschlag jetzt für ADAC

22.09.2004

Leipzig (SN) ::  Nach einem circa zwei Jahre andauernden gerichtlichen Streit hat nun die ADAC Luftrettung GmbH den Zuschlag für den Betrieb des Luftrettungszentrums Leipzig erhalten. Die bislang dort operierende Internationale Flugambulanz (IFA) muss sich dem Urteil fügen und der ADAC Luftrettung den Vortritt lassen. Doch dagegen klagt sie jetzt. Das geht aus einer dpa-Meldung des heutigen Tages hervor. Der Zuschlag für den ADAC ist das Ergebnis einer Ausschreibung, in welcher zuletzt nur noch IFA und ADAC Luftrettung verblieben waren. Anfang Juli 2004 hatte sich die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. (DRF) mit ihrer Bewerbung um den Standort aus dem Verfahren zurückgezogen. Sie hatte dies mit der geringen Vertragssicherheit aufgrund dessen Dauer begründet (rth.info berichtete). Das sächsische Innenministerium hat nun die ADAC Luftrettung mit der Durchführung des Betriebs von einem Rettungshubschrauber und einem ITH (Intensiv-Transporthubschrauber) am Flughafen Leipzig-Halle beauftragt. Sobald der ADAC dem nachkommt, wird die IFA bis auf weiteres keine Hubschrauber mehr für die deutsche Luftrettung betreiben. Seit dem 02.04.1990 hatte die IFA Luftrettung in Leipzig durchgeführt. Der Betrieb der Station war zwei mal ausgeschrieben worden, da die erste aufgrund einer Gerichtsentscheidung nicht anerkannt wurde: ADAC und IFA hatten gegen eine Entscheidung aus dem Jahr 2002 geklagt, der zufolge die DRF von Ende 2002 bis 2006 die Station übernehmen solle. Die Vergabeentscheidung wurde daraufhin aufgehoben. Rechtsverstöße gegenüber dem ADAC hatte das Verwaltungsgericht hingegen nicht festgestellt. Der ADAC zog daraufhin vor das Oberverwaltungsgericht. Nach dem Rückzug der DRF-Bewerbung war die Berufungsverhandlung dann storniert worden. Die Entscheidung, den Standortbetreiber zu wechseln, hatte wirtschaftliche Gründe. Da die IFA nur ein einziges Luftrettungszentrum betreibt, andere Anbieter jedoch zahlreiche weitere Standorte in ganz Deutschland, ergeben sich bei den größeren Anbietern mehr Möglichkeiten, Betriebskosten zu senken. Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation der Kostenträger der Luftrettung - allen voran der gesetzlichen Krankenkassen - wurde die IFA als qualifizierter, aber teurerer Anbieter offensichtlich als nicht mehr länger tragbar angesehen. "Eine klare Entscheidung nach wirtschaftlichen Kriterien" bezeichnete Andreas Schumann, Sprecher des Ministeriums, die Entscheidung zugunsten des ADAC. Die Übernahme des Standortes durch die ADAC Luftrettung solle nun umgehend erfolgen. Die IFA hat nach eigenen Angaben dagegen beim Verwaltungsgericht Leipzig geklagt und einstweiligen Rechtsschutz beantragt, da ihr Angebot vom 20. August aus formalen Gründen nicht berücksichtigt worden sei, so die dpa-Meldung weiter. Deswegen wird sie - wie schon seit Ende 2002 - auch weiterhin auf Zeit mit ihren Hubschrauber in Leipzig vertreten sein.

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Autor(en)
PPR
Quelle(n):
dpa

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

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