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Rendsburg: Erste Proteste gegen Nachtflüge

10.06.2004

Rendsburg (SH) ::  Schon nach kurzer Zeit hat die Ausweitung des Rendsburger Rettungs-Flugbetriebs von "Christoph 42" für Widerstände und Protest in der Nachbarschaft des Standortkrankenhauses gesorgt. Für den Rettungshubschrauber "Christoph 42" ist eine Einsatzbereitschaft von 24h/ Tag vorgesehen. Diese wurde in letzter Zeit bereits erstmals erprobt. Dazu setzte die Deutsche Retttungsflugwacht (DRF), welche "Christoph 42" betreibt, eine BK 117 in Rendsburg ein. Dieser Hubschraubertyp ist größer und geräumiger, aber auch lauter als die EC 135 P2 und BO 105, welche zuvor in Rendsburg genutzt worden waren. Das rief Anwohner auf den Plan, welche nahe am Standort des Hubschraubers wohnen. Das berichtete die Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag GmbH (SHZ) auf ihrer Homepage am 09.06.2004.

Der Standort Rendsburg soll aufgrund seiner günstigen geographischen Lage zukünftig ein verändertes Einsatzgebiet und die besagten erweiterten Einsatzzeiten erhalten. Das Einsatzgebiet der Rendsburger wird sich aufgrund einer Verlegung des Intensiv-Transporthubschraubers (ITH) mit dem Rufnamen "Christoph 52" von Itzehoe nach Niebüll eher nach Süden ausrichten. Die Versorgung der nordfriesischen Inseln mit dem Luftrettungsdienst wird dann der neuen Niebüller Station obliegen. Doch zurück zu den Protesten in Rendsburg.

Der erstrecke sich vor allem auf den Stadtteil Neuwerk, berichtete der SHZ. Widerstand habe sich insbesondere um den Internisten Dr. Peter Boll formiert. Der habe, so der SHZ-Autor wörtlich, "zusammen mit zehn anderen Anwohnern einen Rechtsanwalt beauftragt, ... Widerspruch gegen die Nachtflug-Genehmigung" einzulegen. Dr. Boll habe betont, dass seine Kritik sich nicht gegen das Luftrettungsmittel an sich richte, sondern vielmehr gegen nächtliche Intensiv-Patiententransporte, welche den Betrieb des Kreiskrankenhauses Rendsburg nicht betreffen. So solle man den Hubschrauber deswegen lieber an einen der nahen Flugplätze - etwa Rendsburg Schachtholm oder den Militärflugplatz Hohn - stellen. Infrastrukturelle Nachteile solcher Standorte spielen dabei in den Überlegungen des Herrn Dr. Boll wohl keine große Rolle: So ist gemeinhin Konsens, dass ein Luftrettungsmittel prinzipiell eher an ein Klinikum gehört als an einen Flugplatz. Einer der guten Gründe, die für eine Stationierung an einem Krankenhaus sprechen: Der hochqualifizierte und gut bezahlte Notarzt ist nicht 24h am Tag von der Infrastruktur des Klinikbetriebs räumlich getrennt. Zudem kann an den Flugplätzen ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, dass sich dortige Anlieger gestört fühlen. Schon jetzt, ohne zusätzlichen Rettungs-Flugbetrieb, hat der Bundeswehr-Standort Hohn nach Informationen, die rth.info vorliegen, vereinzelt mit solchen Problemen zu kämpfen.

Besonders unverständlich ist, wieso gerade ein Arzt, dem die Vorteile der Luftrettung eingehend bekannt sein dürften, gegen diese Flüge auf die Barrikaden geht. So könnte sich genau wie in Mainz eine für die Luftretter sehr kontraproduktive Debatte um eine Verlegung des Hubschraubers entwickeln, die letztlich immer zu Lasten der Patienten geht. In Rendsburg ist die avionische Infrastruktur für den Flugbetrieb schon lange vollständig vorhanden. Das hier investierte Geld würde bei einer Standortverlegung unweigerlich die Frage aufwerfen, wieso man das Resultat einer solchen Groß-Investition nicht mehr nutzt. Bleibt zu hoffen, dass Rendsburg zukünftig ein 'Kampf' mit egozentrierten Interessen einzelner Bürger ausbleibt. Die Folgen und die Verärgerung von Crews, Betreibern und Patienten, welche durch solche Konflikte provoziert werden, sind von anderen deutschen Luftrettungs-Standorten in mehr als ausreichender Zahl beispielhaft vor Augen geführt worden.

 

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor(en)
PPR
Wir danken für Unterstützung:
Jan Osnabrügge, Stephan Bandlow
Quelle(n):
Online-Portal der Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag GmbH