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Westfriesland: Neuer Rettungsheli einsatzbereit

11.12.2016

Leeuwarden (NL) ::  Am 28. November 2016 gab es für die anwesenden Medienvertreter die erste Vorführung der neuen H-145 in Leeuwarden. Der neue Rettungshubschrauber ist für die medizinische Versorgung der Inseln im westfriesischen Wattenmeer in Leeuwarden an der Royal Netherlands Air Force Base (AB) disloziert worden. Die Präsentation der H-145 fand statt in Anwesenheit des Direktors der Regionale Ambulance Voorziening (RAV) Friesland, Tjerk Hiddes, sowie der Vorsitzenden der ANWB-Medical Air Assistance (MAA), Petra van Saaze. Die ANWB-MAA betreibt auch die vier “Lifeliner” genannten Rettungshubschrauber in den Niederlanden.

Petra van Saaze bei der Präsentation des “Medic 01“für die Medien

Petra van Saaze bei der Präsentation des “Medic 01“für die Medien

Foto: Peter ten Berg

Im vergangenen August war verkündet worden, dass die ANWB-MAA von RAV Friesland den Zuschlag für die Ausschreibung des Ambulanzfluges in Leeuwarden erhalten hat. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und der Betrieb auf seiner Grundlage startete am 16. November. van Saaze erklärt, dass der Vertrag auch die Bereitstellung einer Backup-Maschine fordere, so dass Ausfälle einer Maschine nicht zur Unterbrechung des Betriebs führen. Beide Helikopter sind an der Leeuwarden AB stationiert und können von dort aus binnen 15 Minuten die vorgelagerten Inseln erreichen.

In der Vergangenheit hatte die niederländischen Luftwaffe den Hubschrauberflugbetrieb quasi nebenbei von ihrem Kampfbombergeschwader-Stütztpunkt in Vlieland aus mit erledigt. Aufgrund der Ausphasung der gelben AB-412 Hubschrauber musste ein ziviler Nachfolger gefunden werden.

Tjerk Hiddes

Tjerk Hiddes

Foto: Peter ten Berg

Nun stellt die ANWB-MAA in der neuen Konstellation Piloten und Hubschrauber, wohingegen die RAV Friesland die Krankenpfleger (nurses) und die HEMS Crew Member (HCM) stellt. Der HCM rekrutiert sich aus den Reihen des bodengebundenen Rettungsdienstes. Bis Mitte Februar 2017 wird der Heli nur tagsüber betrieben. Solange finden noch Trainings für Nachtflüge statt. Solange wird die Küstenwache die nächtlichen Einsätze mit “Rescue 08“ von Den Helder aus wahrnehmen. Danach soll die H145 in Leeuwarden mit NVG in den 24h-Betrieb übergehen.

Hiddes stellte bei der Präsentation der Maschine klar, dass die H-145 auf Anforderungen von den Allgemeinärzten auf den Inseln oder einer Rettungswagenbesatzung zum Einsatz komme. Transportieren solle der Hubschrauber solche Patienten, deren Zustand nicht akut lebensbedrohlich ist, aber die zur weiteren Behandlung zügig in ein Krankenhaus an Land gebracht werden sollen. Einsatzkriterium sei zudem, dass der Transport per Fähre nicht in Frage kommt.

Takeoff des neuen “Medic 01“ in Leeuwarden

Takeoff des neuen “Medic 01“ in Leeuwarden

Foto: Peter ten Berg

Auch in der Infothek vertreten

Den Medic 01 finden Sie auch in unserer Stationsinfothek.

Autor(en)
Peter ten Berg

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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