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LAR: „fliegende Isolationsstation“ in Dienst gestellt

12.02.2015

Luxembourg (LUX) ::  Wie bereits bei der Vorstellung des nationalen Ebola-Notfallplans von der Regierung angekündigt, wurden zwei LearJet 45XR der LAR umgerüstet um hochinfektiöse Patienten transportieren zu können. Die Kosten der Umrüstung trägt die Luxemburger Regierung mit Unterstützung der Europäischen Kommission.

Mit dieser speziellen Ausstattung sollen nun Patienten, die mit dem Ebola-Virus infiziert sind, aus den betroffenen Gebieten ausgeflogen werden können. Dabei werden sie auch in der Luft jederzeit intensivmedizinisch betreut. Außerdem können auch Patienten, die mit einer anderen hochinfektiösen Krankheit angesteckt wurden, von nun an in einem der LAR Ambulanzflugzeuge transportiert werden.

An der Entwicklung waren, unter der Leitung der medizinischen Abteilung der LAR sowohl die österreichische Firma Air Ambulance Technology sowie die englische Firma PPS (Professional Protection Systems) beteiligt. Die neue Ausrüstung der knapp achtzehn Meter langen Flugzeuge musste minutiös geplant und vorbereitet werden, denn um Platz zu schaffen, musste die Kabine neu konfiguriert werden. Ziel war es, eine Kabine in der Kabine zu entwickeln, die die Mitarbeiter der LAR und das normale Innere des Flugzeuges in keinem Moment in direkten Kontakt mit dem Patienten bringt. Als weitere Sicherheitsmaßnahme wird das für die Behandlung des Patienten verwendete Einwegmaterial im Anschluss an den Transport fachgerecht entsorgt und verbrannt.

Die Entwicklung des Moduls hatte mehrere Monate in Anspruch genommen, da sowohl medizinischen als auch aeronautischen Anforderungen Rechnung getragen werden musste.

Das Personal der LAR, welches für diese Einsätze in Frage kommt, hat sich zudem einem hochintensiven Training unterziehen müssen. Dabei wurden sowohl Piloten als auch Ärzte, Intensivkrankenpfleger und das Ground-Handling-Personal in Brüssel in Zusammenarbeit mit Médecins Sans Frontières hinsichtlich der speziellen Anforderungen solcher Transporte geschult.

Bei dem Transport von hochinfektiösen Patienten gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen für alle Beteiligten

Bei dem Transport von hochinfektiösen Patienten gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen für alle Beteiligten

Foto: LAR

Desweitern wurden von den luxemburgischen Behörden, in Zusammenarbeit mit der LAR, sowie der Europäischen Kommission und der Weltgesundheitsorganisation die Einsatzverfahren überarbeitet um eine schnelle und effektive Rückführung eines infektiösen Patienten zu garantieren. Seit 2012, hat das Großherzogtum Luxemburg das Modul MEDEVAC im Europäischen Gemeinschaftsverfahren für den Katastrophenschutz eingetragen. Seit dem 16 Oktober 2014 wird dieses Gemeinschaftsverfahren durch den „Voluntary Pool“ ergänzt. Im Gegensatz zu der vorherigen Vorgehensweise, wo die Europäische Kommission im Katastrophenfall bei den Mitgliedstaaten Rettungseinheiten anfragte, gründet der Voluntary Pool auf einer freiwilligen Bereitstellung von Kapazitäten seitens der Mitgliedstaaten. Im Gegenzug werden die Kosten für die technische Anpassung des Moduls bis zu 100% und die Transportkosten bis zu 85% von der Europäischen Kommission übernommen. Der nationale Kontaktpunkt 112 wird vom Emergency Response Coordination Center (ERCC) in Brüssel im Falle einer Evakuierungsanfrage kontaktiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihrerseits erstellt die Krankenakte des Patienten und nimmt mit den Krankenhäusern Kontakt auf.

Auf nationaler Ebene ermöglichen es die Einsatzverfahren dem nationalen Kontaktpunkt 112 und dem Kontrollzentrum der LAR die nötigen Maßnahmen und Vorkehrungen für eine Evakuierung zu treffen. Desweitern werden in den Verfahren die Instanzen und Organisationen bestimmt, welche an der Organisation der Rückführung sowie an dem Krisenstab beteiligt sind.

Mehrere Staaten wie Japan, Kanada oder die Schweiz meldeten bereits Interesse am luxemburgischen Modul für infektiöse Patienten im Rahmen der Ebola-Epidemie an.

Autor(en)
Original Pressemitteilung LAR

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