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Südtirols Flugrettung nicht „lückenlos“?

01.02.2015

Bozen (I) ::  Bei der Frage, wo ein Luftrettungsstützpunkt in einem Land stationiert werden sollte, sucht man im Regelfall nach sogenannten „Lücken des Versorgungsnetzes“, also nach Gegenden, die nicht durch einen Rettungshubschrauber zeitnah erreicht werden können. In Südtirol wird Pelikan 1 in Bozen, Pelikan 2 in Brixen und der Hubschrauber der Aiut Alpin Dolomites in Pontives für die medizinische Versorgung und Rettung aus der Luft vorgehalten. Der Betrieb der Flugrettung erfolgt durch den privatrechtlichen Verein „HELI – Flugrettung Südtirol“.

In einem Ende Januar veröffentlichten Artikel einer Südtiroler Presse zeigte sich Toni Preindl, Vorstandsmitglied des Vereins und langjähriger Chef der Südtiroler Bergrettung, nicht zufrieden mit der aktuellen Lage der Stationierungsorte, vor allem des Stützpunktes von Pelikan 1.

In einem Interview erklärt er, dass vor allem die Bewohner der Gegenden Vinschgau und Pustertal im Bedarfsfall rund 20 Minuten auf einen Notarzthubschrauber warten müssten, da die Flugrettungsstationen „auf einem Haufen“ stationiert seien. Er denke, es sei an der Zeit, an eine Neuausrichtung zu denken, ohne die momentane Situation schlechtmachen zu wollen.

Auf die Frage, wie man die Flugzeiten zu den momentan „abgelegenen“ Gegenden minimieren könnte, antwortete Preindl mit dem Faktor Geld. Je mehr Notarzthubschrauber vorgehalten würden, desto besser sei das Flugrettungsnetz. Eine Verlegung von Pelikan 1 würde jedoch, so das Vorstandsmitglied, zu einer Verbesserung der Versorgung des Vinschgaus beitragen. Der derzeitige Stationierungsort in Bozen sei nicht optimal, da die meisten Einsatzorte außerhalb von Bozen lägen. Einer Minderversorgung des Unterlandes bei einer möglichen Verlegung – als Option wird Meran genannt – könne man mit bodengebundenen Notärzten entgegenwirken. Die Tatsache, dass an den bisherigen Standorten der Hubschrauber bereits eine „kleine Infrastruktur“, wie Preindl Hangar, Ruhe- und Aufenthaltsräume bezeichnet – errichtet sei, mache die Überlegungen zu einem Umzug nicht leichter.

Auch die Inanspruchnahme von Hubschraubern des angrenzenden Auslands – die nicht selten sogar näher am Einsatzort wären - sei nicht ganz einfach. Es gäbe beispielsweise Besonderheiten und Hindernisse bei der Abrechnung, sodass diese Option nur als letzte Lösung in Betracht gezogen werde.

Der derzeitige Stand von drei Notarzthubschraubern für das Land Südtirol bewertete Preindl als ausreichend, wobei in der Wintersportsaison ein weiterer Hubschrauber wünschenswert wäre. Als Fazit betonte Preindl jedoch auch, dass die Flugrettung in Südtirol „auf einem guten Zweig“ sei und äußerte seine Freude über die gute Zusammenarbeit.

 
Autor(en)
MST