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Frankreich: Aus Dragon 62 wird Dragon 973

12.08.2014

Cayenne (F) ::  Der bis Februar 2014 in Le Touquet im Département Pas-de-Calais im Norden Frankreichs stationierte Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) “Dragon 62“ fliegt nun mit dem neuen Funkrufnamen “Dragon 973“ in Guyane. Das Besondere daran: Das Département d‘Outre-Mer (DOM) Guyane gehört zu den überseeischen Gebieten der “Grande Nation“ und liegt im Nordosten des südamerikanischen Halbkontinenten.

Seit dem 13. Juni 2014 steht der Hubschrauber vom Typ EC 145 der dortigen Feuerwehr, dem Rettungs- und Notarztdienst SAMU sowie der Zivilverteidigung zur Verfügung. Mit der Umstationierung einher ging die Umlackierung des ZSH in die französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot. Ein Foto der neulackierten Maschine finden Sie bei den externen Links im Kontextbereich dieser News. Dem Vernehmen nach sollen auch die im Mutterland verbliebenen ZSH künftig diese neue Lackierung tragen.

Die Stationierung der EC 145 in Guyane geht auf ein Versprechen des vormaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy aus dem Januar 2012 zurück. Wie rth.info bereits im Vorjahr berichtete, wurde das Netz der Zivilschutz-Hubschrauber in Frankreich ausgedünnt, wogegen sich heftiger Protest in den betroffenen Regionen erhob. Einige Standorte, unter anderem “Dragon 67“ in Strasbourg, konnten erhalten bleiben, andere ereilte das gleiche Schicksal wie “Dragon 62“.

Die Aufgaben von “Dragon 62“ haben nun der am Centre hospitalier in Arras stationierte Rettungshubschrauber “SAMU 62“ (vom Typ MD 902 Explorer) sowie der weiterhin im benachbarten Département Nord stationierte ZSH “Dragon 59“ der Basis Lille-Lesquin übernommen. Darüber hinaus fliegen noch bis zum 14. September an den Wochenenden eine in Le Touquet stationierte Dauphin der Marine nationale sowie eine in Glisy (bei Amiens) stationierte AS 350 Écureuil der Gendarmerie nationale Patrouillenflüge über die Strände. Allerdings sind beide Hubschrauber nicht permanent mit einem Notarzt besetzt, weswegen sie bei einem medizinischen Notfall diesen erst in Boulogne-sur-Mer an Bord nehmen müssen. Angesichts von 449 Missionen, darunter 321 medizinisch veranlasste Einsätze, zu denen “Dragon 62“ im Jahr 2013 aufstieg, ein unhaltbarer Zustand, wie viele in der betroffenen Region finden. Deshalb trauern nicht wenige in Le Touquet “ihrem“ Zivilschutz-Hubschrauber immer noch nach.

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Autor(en)
Jörn Fries

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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