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Neues LRZ für Christoph 15

20.07.2014

Straubing (BAY) ::  Am Freitag fand erneut eine Segnung eines neuen Luftrettungszentrums statt. Nach Gießen hat nun der niederbayerische Rettungshubschrauber „Christoph 15“ aus Straubing eine neue Station auf aktuellem Stand der Technik.

Nach 20 Monaten Bauzeit ist das neue Luftrettungszentrum nun über dem Dach des St. Elisabeth Klinikum Straubings zu finden. In 25 Metern Höhe wurde auf einer komplexen Stahlkonstruktion eine Landefläche für Christoph 15 und einen möglichen zweiten, auswärtigen Hubschrauber sowie ein Hangar mit einem großzügigen Sozialtrakt geschaffen. Die Planungen hierzu liefen bereits seit 2008. Finanziert wurde das rund 7,5 Millionen Euro Projekt mit 4,5 Millionen Euro seitens des Klinikums und 3 Millionen Euro durch die ADAC Luftrettung gGmbH. Als technische Finessen können vor allem die beheizbare Landeplattform oder die Tankanlage, die den Treibstoff aus einem unterirdischen Tank an der Klinikzufahrt mittels Pumptechnik bezieht, genannt werden. Luftrettungsstationen auf Dachkonstruktionen, wie es sie neben Straubing auch in Traunstein oder Augsburg gibt, zeichnen sich vor allem durch einen schnelleren Patiententransfer in die Notaufnahme bzw. Schockraum, eine Verminderung der Lärmbelästigung sowie eine sicherere An- und Abflugschneise aus.

Zur feierlichen Segnung der neuen Bleibe für das vielgefragte Luftrettungsmittel luden am vergangenen Freitag die ADAC Luftrettung gGmbH zusammen mit dem Klinikum St. Elisabeth Straubing gGmbH ein. Der Betrieb an der neuen Station läuft jedoch bereits seit Mai. Der alte Landeplatz mit Stationsgebäude werde voraussichtlich noch bis Herbst existieren, wie Stationsleiter Stephan Wanner gegenüber rth.info erklärte.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH Frédéric Bruder, der mit einem kurzen Grußwort die Gästeschaft begrüßte. Dazu zählten beispielsweise der der Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Christoph Scheu, sowie der Landrat des Landkreises Straubing-Bogen Josef Laumer. Auch die gleichberechtigte Geschäftsführerin der ADAC Luftrettung gGmbH Susanne Matzke-Ahl zeigte Präsenz. Mit mehreren Ansprachen der prominenten Gäste und Funktionsträger wurde die Wichtigkeit des Luftrettungsstandortes Straubing untermalt, die nicht nur die stetig steigenden Einsatzzahlen verdeutlichen. Mit einem rund 20-minütigen Informationsfilm der zuständigen Planungsfirma „Sigma Plan“ aus Weimar, der einen kleinen Einblick in die Herausforderungen und Hürden des Bauprojektes gab, wurde der erste Teil der Festlichkeit abgerundet.

Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen über 30°C nutzte eine Vielzahl der Veranstaltungsteilnehmer die darauffolgende Pause für ein kühles Getränk, bevor es mit der Segnung des neuen Bauwerks zum Höhepunkt des Events kam. Erfreulicherweise konnte dazu die diensthabende Besatzung von Christoph 15 pünktlich mit der EC-135 „D-HBLN“ auf den neuen Landeplatz aufsetzen, nachdem sie einen Einsatz abgeschlossen hatten.

Im Anschluss konnte man sich mit verschiedenen Leckereien untereinander austauschen und die Dachkonstruktion in aller Ruhe besichtigen, während Christoph 15 zum nächsten Auftrag startete.

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Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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