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Rettungsflüge als Minusgeschäft

20.02.2014

Zermatt (CH) ::  Das Oberwalliser Flugunternehmen „Air Zermatt“ steht derzeit in Tarifverhandlungen mit den Krankenkassen. Grund hierfür ist die momentane Abgeltung für die Rettungsflüge: 87 Franken pro Flugminute bekommt das Unternehmen, auf Basis einer Festlegung aus dem Jahr 1996. Die aktuelle Vollkostenrechnung beläuft sich jedoch auf rund 200 Franken pro Minute.

So kam in den letzten Jahren ein hoher Betrag zustande, welcher als uneinbringbar abgeschrieben werden musste, auch wenn dieser bis jetzt immer unter 100.000 Franken gedrückt werden konnte. Dies ist sowohl auf eine erhebliche Verteuerung der Maschinen, deren Ersatzteile als auch gestiegene Kerosinpreise zurückzuführen.

Abgerechnet werden die Einsätze nach dem Verursacherprinzip. Bei Ski- oder Bergunfällen, welche einen großen Teil der 2605 Einsätze im Jahr 2012 ausmachen, muss also der Verursacher selbst die Kosten des Einsatzes tragen, sofern er nicht versichert ist oder eine Rettungskarte der Air Zermatt besitzt. Dies gestaltet sich vorallem bei ausländischen Gästen als problematisch, weshalb oft spezialisierte Inkassounternehmen beauftragt werden müssen - welche in der Regel 30% des Betrages als Provision zugesprochen bekommen. Verschärft hat sich die Situation bei der Air Zermatt noch insofern, dass seit Ende des letzten Jahres eine dritte Maschine in Gampel für Rettungseinsätze vorgehalten wird.

Als Mitfinanzierer für die Flugrettung käme neben dem Kanton Oberwallis, der die Erwartungen an die Air Zermatt festlegt, auch die Rega in Frage. Für sie wird das Oberwallis durch die Air Zermatt abgedeckt.

Neben der Air Zermatt und der Rega hat auch die Air Glaciers, die ebenfalls in die Schweizer Flugrettung eingebunden ist, zum Jahresende die sich jährlich verlängernden Verträge mit den Versicherungen gekündigt.

Autor(en)
Tobias Klein
Quelle(n):
1815.ch

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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