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REGA macht Rückzieher

13.08.2013

Bern / Zürich (CH) ::  Erst vor kurzem hatte die REGA bekannt gegeben, dass sie ab 19. August dieses Jahres die Disposition der Luftrettungsmittel im Kanton Bern nicht mehr ausführen und diese ab diesem Zeitpunkt dann Aufgabe der örtlichen Sanitätsnotrufzentrale sein werde (rth.info berichtete).

Nun ist jedoch das eingetreten, was einige Stimmen bereits vermuteten: Auf Wunsch der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) wird die REGA ihr Vorhaben zunächst nicht umsetzen und zumindest bis Ende des Jahres weiterhin die Luftrettungsmittel im Kanton Bern lenken. Ausschlaggebend hierfür seien die schon oft erwähnten, nicht vorhandenen Voraussetzungen der Leitstelle, um eine passable Disposition der Hubschrauber durchführen zu können. Es fehle an der nötigen Technik sowie an speziell ausgebildeten Disponenten. Das erklärte die stellvertretende Generalsekretärin der GEF, Katharina Schönbucher Seitz, dem Schweizer Tagesanzeiger und äußerte zugleich ihre Erleichterung über die widerrufene Entscheidung der Rettungsflugwacht.

Bei einer am 5. August stattgefundenen Aussprache, an der Vertreter der GEF, der REGA, der Air-Glaciers sowie der Sanitätsnotrufzentrale 144 teilgenommen hatten, einigte man sich darauf, Ansätze für eine Lösung zu suchen und diese auszuarbeiten. Die ersten Gespräche zwischen den Beteiligten seien durchaus konstruktiv verlaufen, so Schönbucher, während sie ihre Zuversicht für eine letztendlich gute Lösungsfindung verlautbaren ließ.

Für die Zeit, in der die weiteren Gespräche stattfinden, herrscht zudem ein „Waffenstillstand“ - die am Streit beteiligten Instanzen haben sich laut Bulletin auf einen Verzicht jeglicher Medienaktivitäten hinsichtlich des Themas geeinigt.

REGA verzichtet auf ZEWO-Gütesiegel

Doch in letzter Zeit hat die REGA nicht nur mit dem möglichen Verlust ihrer Vormachtstellung in ihren Einsatzgebieten zu kämpfen. Jüngst wurde bekannt, dass die Schweizerische Rettungsflugwacht nach 45 Jahren im kommenden Jahr erstmals kein ZEWO-Gütesiegel mehr tragen wird. ZEWO ist eine Hilfswerk-Zertifizierungsstelle, deren Gütesiegel nach eigenen Angaben nur vertrauenswürdige Hilfswerke erhalten, die „regelmäßig auf den gewissenhaften Umgang mit den ihnen anvertrauten Mitteln kontrolliert“ werden. Dabei erklärt die REGA auf ihrer Homepage, dass sie nun auf die Verwendung des Gütesiegels verzichten werde. Dort heißt es wörtlich:

“Im Zusammenhang mit der erneut anstehenden Rezertifizierung hat die REGA in Absprache mit der ZEWO entschieden, künftig auf die Benützung des Gütesiegels zu verzichten. Die zunehmende Regulierung und Professionalisierung in Aviatik und Medizin haben dazu geführt, dass die Rega nicht mehr in ein Zertifizierungsraster für traditionelle Hilfswerke passt.“

Doch glaubt man der „Weltwoche“, dann hätte die Rega die Zertifizierung ohnehin nicht mehr erhalten. Grund hierfür: die hohen Entschädigungslöhne der REGA-Chefs. So betrage beispielsweise die Entschädigung des Stiftungspräsidenten Ulrich Graf 90.000 Franken pro Jahr. „Unüblich hoch für ein Hilfswerk“, so die Chefin der Zertifizierungsstelle, Martina Ziegerer. REGA-CEO Ernst Kohler verdient jährlich sogar bis zu 440.000 SFr plus Prämie, wie er Anfang August in mehreren Interviews mitteilte. Für eine weiterhin bestehende Zertifizierung mit dem Gütesiegel hätte die Rettungsflugwacht, so Ziegerer, als „Spezialfall“ behandelt werden müssen – als Spital oder Airline. Wie aktuell bekannt wurde, verzichtet Stiftungsratspräsident Ulrich Graf ab sofort auf einen großen Teil seines bisherigen Honorars. Grafs Entschädigung beträgt ab sofort 15.000 Franken statt wie bisher 90.000 Franken pro Jahr.

 

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MST