Direkt zum Inhalt...

rth.info

Faszination Luftrettung

rth.info - Faszination Luftrettungzur Startseite


Kanton Bern: Großer Rat fordert bessere Vernetzung der Flugrettung

31.01.2013

Bern (CH) ::  Die Chancen für das Helikopter-Unternehmen Air-Glaciers, im Kanton Bern künftig gleichberechtigt neben der Rega eingesetzt zu werden, sind wieder leicht gestiegen. Nachdem die Kantonsregierung (der so genannte Regierungsrat) in ihrer Antwort vom 14.11.2012 auf die zweiteilige “Motion“ der beiden Berner Oberländer Großräte Christoph Berger und Emil von Allmen lediglich in Aussicht gestellt hatte, im Rahmen der Versorgungsplanung für die kommenden Jahre die Einsatzdisposition zu überprüfen (rth.info berichtete), hat sich nun der Große Rat des Kantons Bern (also das Kantonsparlament) in seiner Sitzung vom 29. Januar 2013 mehrheitlich für eine bessere Vernetzung der Flugrettung ausgesprochen.

Der Regierungsrat solle sicherstellen, dass künftig im Kanton Bern bei einem Alarm der geographisch nächste Rettungshelikopter einer “Flugrettungsorganisation mit kantonaler Bewilligung“ eingesetzt werde. Des Weiteren sollen künftig alle im Berner Oberland tätigen “Flugrettungsorganisationen mit kantonaler Bewilligung“ gleichwertig in der Kommission Rettungswesen vertreten sein.

Mit 92 Ja- zu 42 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen sprachen sich die Mitglieder des Großen Rats für die Annahme des ersten Antrags als Motion aus. Großrat Berger wandelte die zweite Motion noch kurz vor der Abstimmung in ein (weniger verbindliches) Postulat um, das von den Mitgliedern mit 85 Ja-Stimmen zu 50 Nein-Stimmen bei wiederum 5 Enthaltungen angenommen wurde. Der Regierungsrat hatte hingegen eine Abstufung des ersten Antrags als Postulat und eine Ablehnung des zweiten durch den Großen Rat beantragt.

Da es sich bei der vorliegenden Motion um eine Motion im abschließenden Zuständigkeitsbereich des Regierungsrates (Richtlinienmotion) handelt und die Kantonsregierung einen relativ großen Spielraum hinsichtlich des Grades der Zielerreichung, der einzusetzenden Mittel und der weiteren Modalitäten bei der Erfüllung des Auftrages hat, ist sie nicht an die Entscheidungen des Großen Rates gebunden. Es bleibt also weiterhin spannend in Sachen “Flugrettung im Kanton Bern“!

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor(en)
Jörn Fries

Info-Abschnitt überspringen

Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

Alle Fachbegriffe...