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Schweizer Luftretter kämpfen um Gehör

01.02.2012

Bern (CH) ::  Die schweizer Luftrettungsfirma Air-Glaciers kämpft laut Meldung der „Schweizer Jungfrau Zeitung“ im Berner Oberland um mehr Gehör bei den örtlichen Behörden. Dort kommt bei örtlichen Luftrettungseinsätzen die Rega mit der Basis Wildenswil und die Air-Glaciers mit ihrer Basis in Lauterbrunnen in Frage. Air-Glaciers und Rega sind zwei sehr unterschiedliche Unternehmen. Für das kommerzielle Unternehmen Air-Glaciers sind die jährlich rund 300 Einsätze in der Luftrettung ein wichtiges Standbein. Daneben führt das Unternehmen auch Taxi-Transport und Rundflüge durch. Die Rega als gemeinnützige Stiftung ist ausschließlich in der Luftrettung tätig.

Hintergrund ist die Meinung der Firma, dass sie bei der Vergabe der Rettungsflüge durch die kantonale Stelle gegenüber dem Konkurrenten Rega benachteiligt würde. Sie befürchtet dadurch längere Wartezeiten und somit eventuell Nachteile für die Patienten. Die Rega und die Behörden weisen die Vorwürfe zurück.

Aus Sicht des Basisleiters der Air-Glaciers, komme die Basis in Lauterbrunnen nur im äußersten Notfall zum Zuge. Zwar erhalte man auch von der Rega Einsatzaufträge, diese werden allerdings nur dann abgegeben, wenn die Rega Helikopter voll ausgelastet sind. Das Prinzip jenes Luftrettungsmittel zum Zuge kommen zu lassen, welches die kürzere Flugzeit zum Einsatzort habe, werde weitgehend nicht beachtet. Auch der Hinweis der Rega, je nach Komplexität der Verletzung könne ausschließlich die Rega den Auftrag übernehmen, will man bei Air-Glaciers so nicht akzeptieren. Das Rettungssanitäter Team der Air-Glachiers habe die gleiche Ausbildung, wie die der Rega Mitarbeiter und bei Bedarf stünden auf Abruf bis zu drei Notärzte zur Verfügung.

Nun will sich Air Glaciers, wie bereits seit Jahren, verstärkt um eine Vertretung in der kantonalen Kommission Rettungswesen (Kore) bemühen, wo die Rega bereits vertreten ist.

Unter dem Titel „Flugrettung im Berner Oberland – gleich lange Spiesse für beide Anbieter“ wandte sich SVP- Grossrat Berger an den Regierungsrat. Er stellte die Frage: „…ob dem Regierungsrat die unbefriedigte Situation bewusst sei?“ Eine Diskussion im großen Rat zur Luftrettung im Berner Oberland ist aktuell im Gange.

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor(en)
Jonas Schmidt
Milan Cyron
Quelle(n):
Jungfrauenzeitung

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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