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Deutsche Rettungsflugwacht

Auf einen Blick

Zahlen & Fakten

Status:
Ehemaliger Betreiber
Beginn der Tätigkeit:
19.03.1973
Rechtsform
e.V.

Die Deutsche Rettungsflugwacht e.V., kurz DRF, war von 1973 bis 2008 eine der prägenden zivilen Organisationen, die in Deutschland Luftrettung betrieben.

 

Seit September 2008 "DRF Luftrettung"

Seit dem 23. September 2008 firmiert die vormalige DRF unter dem neuen Namen "DRF Luftrettung" und neuer Rechtsform. Sie hat sich mit ihren bisherigen Kooperationspartnern HSD und HDM unter diesem Namen zusammengeschlossen.

"DRF", diese Buchstaben stehen für die Deutsche Rettungsflugwacht e.V., welche zusammen mit ihren Partnern der Betreiberallianz "Team DRF" an mittlerweile 29 Luftrettungszentren in Deutschland vertreten ist. Rechnet man die internationalen Partner mit ein, sind es gut 50 Hubschrauber an 42 Standorten. Die DRF zählt damit zu den größten Luftrettungs-Betreibern Deutschlands. Seit 1972 unterstützt die DRF den deutschen Rettungsdienst. Sie ist eine Initiative der Björn-Steiger-Stiftung e.V., welche sich unter anderem die Verbesserung der deutschen Notfallrettung auf die Fahnen geschrieben hat.

Die DRF ist einer der großen Luftrettungs-Betreiber in Deutschland

Die DRF ist einer der großen Luftrettungs-Betreiber in Deutschland
Foto: Tobias Klein

Entwicklung: Die Vorgeschichte

Ihren Ursprung hat die DRF in einem traurigen Ereignis im Jahre 1969. Am 03. Mai des genannten Jahres wurde der 8-jährige Björn Steiger von einem Auto angefahren. Obwohl sofort der Rettungsdienst alarmiert wurde, dauerte es fast eine Stunde, bis der Krankenwagen eintraf – das Kind starb noch auf dem Weg in die Klinik.

Bis zur heutigen Luftrettung, in der die DRF Alltag ist, war es ein langer Weg. Hier der erste Hubschrauber der DRF, eine Alouette III, in Böblingen

Bis zur heutigen Luftrettung, in der die DRF Alltag ist, war es ein langer Weg. Hier der erste Hubschrauber der DRF, eine Alouette III, in Böblingen
Foto: Helmut Brukner

Der Tod des kleinen Jungen wäre mit überaus großer Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen. Doch das westdeutsche Rettungswesen war noch unterentwickelt und Geld dafür kaum vorhanden. (In Ostdeutschland stellte sich die Situation leider nicht grundlegend anders dar.) Die Idee der zivilen Luftrettung war bereits geboren, doch erst im darauf folgenden Jahr 1970 sollte der erste RTH "Christoph 1" durch den ADAC in München in Dienst gestellt werden. Darüber hinaus mangelte es jedoch an noch viel elementareren Voraussetzungen am Boden, auf die eine effektive Luftrettung erst aufsetzen kann. Besonders folgende Missstände wurden vom Ehepaar Steiger und Fachleuten angeprangert:

  • Keine rund um die Uhr besetzten Rettungsleitstellen,
  • Keine Funkgeräte in den meisten Krankenwagen,
  • Keine medizinische Versorgung während des Patiententransportes,
  • Keine bundeseinheitliche Notrufnummer.

Gründung der Björn-Steiger-Stiftung

Das Ehepaar Steiger beschloss, eine Initiative ins Leben zu rufen, die sich dieser Mängel annehmen sollte. So gründeten sie noch im Mai 1969 die "Björn-Steiger-Stiftung e.V.", die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hatte, die sogenannte "Rettungskette" zu beschleunigen. Dies sollte zunächst vorrangig dadurch geschehen, dass zusätzliche Notrufmeldeeinrichtungen durch Mittel der Initiative (also Spenden) installiert wurden. Maßgebliche Unterstützung erfuhr Siegfried Steiger von Dr. Fritz Bühler, einem engagierten Spezialisten der damals bereits lange etabierten Schweizerischen Rettungsflugwacht REGA.

Nachdem bereits der ADAC den "Christoph 1" 1970 als ersten zivilen RTH in Dienst gestellt hatte, ließ sich zunächst das Bundesinnenministerium von der Notwendigkeit überzeugen, Rettungshubschrauber- Stationen in der Bundesrepublik einzurichten. So ergab sich schließlich die Ergänzung des bodengebundenen Rettungsdienstes durch Hubschrauber.

Als "Johannes Köln 1" (später Christoph 3) wurde der erste ZSH in Leverkusen bei Köln in Dienst gestellt; kurz zuvor hatte die Bundeswehr in Ulm ein 'Test-Rettungszentrum'; eingerichtet, an dem mit "SAR Ulm 75" der zweite deutsche RTH stationiert wurde. Nachdem "Christoph 1" 1971 abstürzte und die Maschine dabei verloren ging, wurde in München durch das BMI die eigentlich für Frankfurt am Main vorgesehene Einsatzmaschine als "Christoph 1" stationiert. Nun waren keine Finanzmittel für einen Hubschrauber in Frankfurt vorhanden. Und nun schlug erstmals eine große Stunde der Steiger-Stiftung in der Luftrettung.

DRF steigt in die Luftrettung ein

Am 15. August 1972 wurde der unter anderem durch Spendenmittel von der Björn-Steiger-Stiftung finanzierte Rettungshubschrauber "Christoph 2" des BMI in Dienst gestellt. Dabei handelte es sich auch hier um eine BO 105 C. Einen knappen Monat später, am 06.09.1972, wurde in Stuttgart-Echterdingen die DRF als erste zivile Luftrettungsorganisation gegründet. Diese nahm dann am 19. März 1973 in Stuttgart mit einem Luftrettungszentrum und einem Rettungshubschrauber vom Typ Alouette III ihren Betrieb auf. Langsam, aber stetig erweiterte die DRF ihr Engagement. So betrieb sie zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 – d.h. innerhalb von 17 Jahren – fünf RTH-Stationen. (Zum Vergleich: Die ADAC-Luftrettung stationierte an verschiedenen Stationen in Deutschland zwischen 1980 und 1990 sieben Primärluftrettungsmittel.)

Unfall in Norddeutschland. Zu Hilfe eilte auch ein DRF-Team mit ihrer BO 105 aus Rendsburg

Unfall in Norddeutschland. Zu Hilfe eilte auch ein DRF-Team mit ihrer BO 105 aus Rendsburg
Foto: DRF

Es handelte sich bei den durch die DRF im westdeutschen Bundesgebiet vorgehaltenen Stationen um Stuttgart, Leonberg, Karlsruhe, Göttingen und Friedrichshafen.

Erwähnenswert ist dabei, dass die DRF außerdem 1985 am Flugplatz in Hartenholm (SH) einen Hubschrauber stationierte, der vorrangig für Patientenverlegungen gedacht war und ist. Seit 1995 war er dann als „Christoph 52“ in die öffentlich-rechtliche Luftrettung integriert, bevor er am 01. April als „Christoph Europa 5“ nach Niebüll / Nordfriesland verlegt wurde.

Anfangstage des Intensivtransports mit Bell Jet- und Long Ranger. Hier die D-HELP in Bremen am Krankenhaus St. Georg mit "Ambulanz Schleswig Holstein 74"

Anfangstage des Intensivtransports mit Bell Jet- und Long Ranger. Hier die D-HELP in Bremen am Krankenhaus St. Georg mit "Ambulanz Schleswig Holstein 74"
Foto: Michael Butz (Archiv)

Wie bei fast allen zivilen Betreibern war die BO 105 auch bei der DRF jahrzehntelang das "Arbeitspferd"; hier noch im alten Design die D-HFHL als Christoph 18 an der Uniklinik Würzburg

Wie bei fast allen zivilen Betreibern war die BO 105 auch bei der DRF jahrzehntelang das "Arbeitspferd"; hier noch im alten Design die D-HFHL als Christoph 18 an der Uniklinik Würzburg
Foto: Michael Butz (Archiv)

Außerdem wurde Anfang Juli 1986 in Mannheim der heutige „Christoph 53“ stationiert. Während letzterer als „Flugwacht Mannheim 71“ in Form einer Aérospatiale AS 350 in Dienst ging, setzte die DRF in Hartenholm zunächst auf einen Hubschrauber vom Typ Bell „Long Ranger“. Beide Hubschrauber sind nach wie vor in erster Linie für Patiententransferflüge gedacht und waren ursprünglich als "AHS" (Ambulanzhubschrauber) im Einsatz. Deswegen erhielten sie auch so lange keine „Christoph“- Rufnamen: Die Sekundärluftrettung musste sich erst den Ruf der Seriösität erkämpfen und ihren Sinn unter Beweis stellen.

Engagement vervielfacht

Die DRF baute den luftgebundenen Intensivtransport mit auf - mittlerweile fliegt man auch hier unter dem Dach der "Christoph"- Familie

Die DRF baute den luftgebundenen Intensivtransport mit auf - mittlerweile fliegt man auch hier unter dem Dach der "Christoph"- Familie
Foto: Harald Rieger

Nach der Wiedervereinigung erweiterte die DRF ihr Engagement erheblich. Aufgrund des gesteigerten Wettbewerbs bzw. finanziellem Druck seitens der Kostenträger ist inzwischen in der deutschen (nichtstaatlichen) Luftrettung das Betreiben möglichst vieler Standorte angesagt. Währenddessen waren die staatlichen, an der Luftrettung beteiligten Institutionen (BMI, Luftwaffe) aufgrund notorisch knapper Kassen bzw. anderer Aufgaben bestrebt, ihr Engagement zu dezimieren. Aus dieser Konstellation resultierten viele Standort-Übernahmen durch zivile nichtstaatliche Anbieter, insbesondere ADAC und DRF. So werden nunmehr aufgrund der vervielfachten Hubschrauber- Anzahl beispielsweise Werftkapazitäten der DRF deutlich besser ausgenutzt; ein wirtschaftlicheres Arbeiten ist möglich.

Team DRF

Vielerorts standen ab Ende der 1990er Jahre Wechsel des Hubschraubermusters an. Die Umstellung von BO 105 auf EC 135 soll 2008 abgeschlossen sein. Hier Wechsel in Karlsruhe, 2007

Vielerorts standen ab Ende der 1990er Jahre Wechsel des Hubschraubermusters an. Die Umstellung von BO 105 auf EC 135 soll 2008 abgeschlossen sein. Hier Wechsel in Karlsruhe, 2007
Foto: Frederik Weiss

Mit dem Ziel und im Rahmen von "Ressourcen- und Kompetenzbündelungen" kooperiert die DRF seit dem Jahr 2000 im "Team DRF" zusammen mit den ITH- bzw. AHS- Betreibern HSD, HDM und Rotorflug (2006 wieder ausgeschieden).

 Die DRF ist für das Team DRF international im Einsatz - hier D-HMMM in Italien

Die DRF ist für das Team DRF international im Einsatz - hier D-HMMM in Italien
Foto: Andrea Crosarossa

Insgesamt werden bundesweit vom "Team DRF" 29 Luftrettungszentren (10 davon im 24h-Betrieb) und über 40 Hubschrauber der verschiedensten Typen unterhalten. 18 der Stationen betreibt die DRF selbst, 11 Hubschrauberstandorte werden von den drei Teampartnern unterhalten. An Standorten im europäischen Ausland betreiben Partner der DRF zudem 10 weitere LRZ. In Deutschland setzt die DRF selbst die BO 105 CBS, EC 135, BK 117 und die EC 145 ein. Die Teampartner betreiben außerdem auch Bell 222, Bell 412, sowie McDonnell Douglas MD 900 Explorer. Darüber hinaus führt das TEAM DRF weltweite Patientenrückholungen mit eigenen Ambulanzflugzeugen sowie mit Linien- und Charterflugzeugen durch. Die DRF betreibt vier Ambulanzjets der Typen Learjet 35 A (3x) und King Air Beech 200 (1x). Sie sind als mobile Intensivstationen ausgestattet und 24 Stunden täglich einsatzbereit. Ein früher eingesetzter Learjet 55 ist mittlerweile aus dem Dienst ausgeschieden. Koordiniert werden die Einsätze in der "DRF-Alarmzentrale" in Filderstadt – an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr.